Liebe Hannoveraner, wenn man schon eine Mannschaft hat, die nicht unbedingt aus den besten Einzelspielern der Liga besteht, sollte man vielleicht andere Werte vorleben, um erfolgreich zu sein. Teamgeist etwa, auch Einsatzwillen, vor allem Optimismus. Stattdessen sprach der gerade erst verpflichtete Trainer Thomas Doll nach der Niederlage in Stuttgart am vergangenen Wochenende von „Angsthasenfußball“, von einem „Grottenkick“ und nannte die Leistung seiner Kicker „Wahnsinn“. Club-Präsident Martin Kind legte noch nach: „Die aktuelle Mannschaft ist kaputt, schlecht zusammengestellt und gescheitert.“ Das kann man auch schöner sagen. Etwa wie einst Helmut Schulte: „Das größte Problem beim Fußball sind die Spieler. Wenn wir die abschaffen könnten, wäre alles gut.“

Dabei stehen doch noch zehn Spiele aus in dieser Saison. Der Rückstand zum Relegationsplatz? Sechs Punkte! Die hat der BVB zuletzt schneller verspielt als ein Münchner vom Flughafen zum Hauptbahnhof mit einem Transrapid hätte stoibern können. Und wenn die Mannschaft doch noch die Wende schafft? Gut, zur Not muss dann der gute alte Berti Vogts herhalten, der einst Äußerungen von Mario Basler so erklärte: „Wir wissen alle, daß Mario nicht gesagt hat, was er gesagt hat, was er gesagt haben soll, daß er es gesagt hat.“ Alles klar? Aber zurück zu Hannover 96: Die Fans, seit Monaten im Clinch mit dem eigenen Präsidenten, dekorierten die Umrandung beim gestrigen Geheimtraining vor dem Spiel am Sonntag gegen Leverkusen mit Plakaten. Zu sehen: Die Namen von 17 Spielern sowie die klare Aufforderung: „Namen kommen und gehen – Was wir erwarten, ist bedingungsloser Einsatz für unsere Farben!!!“

Ob das so klappt?