München, Krakau, Oslo, die Region Graubünden, Hamburg, Boston, Sion, Tirol und nun Calgary – die Menschen in der westlichen Hemisphäre der Erdkugel wollen keine Olympischen Spiele mehr. Jedenfalls nicht vor ihrer Haustüre.

Ein Mann betritt mit seinem Kind ein Wahllokal, um über die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2026 in Calgary abzustimmen. Die Mehrheit lehnt die Spiele ab.
Ein Mann betritt mit seinem Kind ein Wahllokal, um über die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2026 in Calgary abzustimmen. Die Mehrheit lehnt die Spiele ab. | Bild: Jeff Mcintosh, dpa

In all den aufgezählten Städten oder Regionen haben die Bürger Nein gesagt zum Sportfest im Zeichen der fünf Ringe. Für die aktuelle Ausschreibung der Winterspiele 2026 bleiben dem Internationalen Olympischen Komitee nach dem No aus Calgary gerade noch zwei Bewerber: Stockholm und Cortina d’Ampezzo.

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Die Stadtregierung in der schwedischen Kapitale wird kein Geld geben und Italien kann kein Geld geben. Da ist schlicht kein Vertrauen ins IOC, niemand glaubt den Olympiern mit ihrem Vorturner Thomas Bach, dass sie dem Gigantismus abschwören, dass sie zurück zu den Wurzeln, dass sie bewusst wieder kleiner werden wollen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich auch Stockholm und Cortina verabschieden, ist hoch.

Was dann, IOC?

Wir hätten da einen Vorschlag. Auf die Knie gehen. Demut zeigen. Geld geben statt fordern. Viel Geld geben! Dann gibt es auch einen Kandidaten: Konstanz, die Stadt am See, die drei Länder vereint. Die in einem Radius von lächerlichen 240 Kilometern in eben drei Nationen Top-Wettkampforte präsentieren kann.

Konstanz am Bodensee.
Wäre das nicht eine herrliche Kulisse? | Bild: Achim Mende

Ski alpin? Österreich, der Arlberg mit St. Anton! Freestyle und Snowboard? Am Feldberg! Ski nordisch? Skispringen in Titisee-Neustadt und Hinterzarten; Nordische Kombination und Langlauf? In Schonach! Biathlon? Am Notschrei! Eishockey und Curling? Schwenningen! Eiskunstlaufen? Zürich! Skeleton, Rodeln und Bob? St. Moritz und Innsbruck-Igls! Eisschnelllauf und Shorttrack: Innsbruck und Zürich!

Überall fanden bereits Weltcupveranstaltungen statt und tun es noch immer. Einzig die Schwarzwälder Biathlonstrecke am Notschrei müsste deutlich aufgepäppelt werden, aber ein Neubau darf ja sein.

Wie schläft es sich olympisch? Unser Kollege Marco Scheinhof durfte 2018 im Olympischen Dorf von Pyeongchang schon einmal probeliegen.
Wie schläft es sich olympisch? Wie unser Kollege Marco Scheinhof hier 2018 im Olympischen Dorf von Pyeongchang, wären die Sportler bestimmt auch in Konstanz gut gebettet. | Bild: Scheinhof, Marco

Auch die Unterbringung ist kein Problem. Die Konstanzer Hotellerie klagt ohnehin über eine zu geringe Auslastung vor allem in den Wintermonaten. Auch die knapp 3000 Olympiastarter in einer Stadt unterzubringen, die fast 17 000 Studenten hat, bedarf lediglich einer fantasievollen Gestaltung – zum Beispiel über Programme wie „give your flat“ (gib dein zimmer) oder „take an athlete up“ (nimm einen Athleten auf). Außerdem werden ja nicht alle 3000 Sportler in Konstanz-Zentrum wohnen. Das IOC kann übrigens im Ibis am Rhein einquartiert werden. Das Hotel mag zwar nicht dem bisherigen Olympia-Standard genügen, aber es ist immerhin das teuerste seiner Kette in Deutschland.

Nachrangige Themen wie etwa Sicherheit, Verkehr oder auch mediale Präsentation des Ereignisses können im Rahmen eines Konstanzer Olympia-Konzils Anfang 2020 geklärt werden.

Als vorläufiges Datum für die Eröffnungsfeier auf dem Jahr für Jahr Oktoberfest-erprobten Areal Klein Venedig schlagen wir Freitag, den 10. Februar 2026, vor. Vorher geht nicht, da ist Fasnet!

14.13 Uhr: Beim traditionellen Wurstschnappen am Kaiserbrunnen gilt es schnell zuzugreifen wenn eine Wurst an der Angelschnur vorbeiwitschte. Neben den Würsten warfen die Blätzlebuebe auch Brezeln und Süßigkeiten unters Narrenvolk. Bild: Nikolaj Schutzbach
Wie hier beim traditionellen Wurstschnappen am Kaiserbrunnen hat die Fasnacht in der Stadt natürlich stets vorrang. | Bild: Nikolaj Schutzbach

Schlagen Sie zu, Herr Bach!

Almaty oder Konstanz? Echt jetzt? Was Thomas Bach dazu sagen würde?
Almaty oder Konstanz? Echt jetzt? Was Thomas Bach dazu sagen würde? | Bild: FABRICE COFFRINI, afp


Bevor Ihr Olympia den Bach hinabgeht! (Oder flüchten Sie weiter nach Asien, Almaty in Kasachstan wird schon einspringen)