P wie Paris? Nein, P wie Paderborn! Der SC 07 ist zum zweiten Mal in die Bundesliga aufgestiegen und will diesmal erreichen, was ihm in der Saison 2014/15 nicht gelang: den Klassenerhalt zu schaffen. Am letzten Spieltag besiegelte eine 1:2-Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart den Abstieg.

Für Schlagzeilen sorgte der SC Paderborn trotzdem – und ein Spieler der damaligen Mannschaft steht im Geschichtsbuch der Bundesliga. Am 20. September 2014 schoss in der Partie gegen Hannover 96 Moritz Stoppelkamp in der dritten Minute der Nachspielzeit ein Tor aus 83 Metern zum Endstand von 2:0 für den SCP – das ist Rekord! 96-Torwart Ron-Robert Zieler hatte seinen Kasten verlassen und war bei einem Eckball seiner Mannschaft mit in den Paderborner Strafraum gestürmt.

Doch was ist das für eine Stadt, die sich genuschelt anhört wie die Titelfigur einer Krimikomödie? Pater Braun? Nöö, nöö, Paderborn! Knapp über 150 000 Einwohner, Großstadt in Ostwestfalen, Oberzentrum der Region Hochstift Paderborn. Der Name der Stadt setzt sich zusammen aus „Pader“, das ist ein Fluss, und „born“, so nannte man früher eine Quelle.

Erstmals wurde Paderborn in einer Urkunde im Jahr 777 erwähnt, als unter Karl dem Großen ebendort ein Reichstag und eine Missionssynode stattfanden. In Paderborn wurde 1614 auch die erste Universität Westfalens gegründet – und 2001 auf dem Campus der jetzigen Hochschule die größte Uni-Party in Deutschland gefeiert. Politisch ist Paderborn seit dem Haushaltsjahr 2019 ein Spiegelbild des Bundes – eine CDU/SPD-Mehrheit sagt, wo‘s langgeht.

Im Sport setzt die ostwestfälische Kommune abseits des erfolgreichen Fußballclubs die etwas anderen Zeichen. Als da wären: die Paderborn Untouchables, die Unberührbaren, eine der erfolgreichsten Baseball-Mannschaften Deutschlands; der Schießsportverein St. Hubertus Elsen, Mitglied der Luftgewehr-Bundesliga; die Paderborn Dolphins, ein American-Football-Team; der mit deutschen und europäischen Meistertiteln dekorierte Squash Club; der Minigolfclub Paderborn hat gleich vier Anlagen in der Stadt; der SC Grün-Weiß 1920 e. V. Paderborn ist mit gut 3500 Mitgliedern der größte Breitensportverein der gesamten Region; außerdem gibt es alle gängigen Sportarten sowie Unterwasserrugby, Poolbillard und Flug(zeug)aktivitäten aller denkbaren Arten, von echt bis Modell.

Zurück zu den Fußballern des SC Paderborn. Deren vergangenen Jahr waren von Höhen und Tiefen geprägt. Nach dem Abstieg aus der Bundesliga 2015 stieg der SCP als Schlusslicht der 2. Bundesliga direkt wieder ab. Doch nicht nur das, fast wäre der Klub sogar in die Regionalliga abgestürzt. Nur aufgrund der Insolvenz von 1860 München blieb der SCP in der 3. Liga. Am Boden angekommen, ging es tatsächlich schnell wieder aufwärts. Nach zwei Spielzeiten in der 3. Liga stiegen die Blauschwarzen in der Saison 2017/18 wieder in die 2. Liga auf – und marschierten dann als Tabellenzweiter flugs zurück ins deutsche Fußball-Oberhaus.

Wissenswertes über den Verein

J+P+R Mittmann


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