Klasse Start für die Wild Wings in die Saison der Deutschen Eishockey Liga: Die Schwenninger bezwangen die hoch gehandelten Nürnberg Ice Tigers mit 3:2 (0:1, 1:1, 1:0, 1:0) nach Verlängerung. 4077 Zuschauer sahen eine hart umkämpfte Partie.

Die spannende Frage vor dem Auftaktbully lautete: Wie würden die Schwenninger Fans Will Acton empfangen, jenen Spieler, der im vergangenen April aus seinem laufenden Vertrag bei den Wild Wings ausstieg und bei Nürnberg anheuerte? Vergleichsweise ruhig. Es gab weder lautstarke Pfiffe noch Applaus. Auch im weiteren Spielverlauf trat der ehemalige SERC-Torjäger kaum in Erscheinung.

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Als diese Frage geklärt war, ging es gleich zu Sache. In Minute vier musste der Nürnberger Christopher Brown auf die Strafbank. Ein Vorteil für die Wild Wings, denn sie hatten nun einen Feldspieler mehr auf dem Eis und das Powerplay während der Vorbereitung intensiv trainiert. Und was passiert? Nicht die Schwenninger treffen, sondern die Nürnberger. SERC-Verteidiger Kalle Kaijomaa schoss aus der Distanz, traf aber nur einen Mitspieler. Dies ermöglichte den Franken einen Zwei-gegen-eins-Konter, den Philippe Dupuis zum 0:1 (5.) abschloss. Schwenningens Schlussmann Dustin Strahlmeier war chancenlos.

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Nach dem Führungstreffer kontrollierte Nürnberg das Spiel, hatte läuferische und tecchnische Vorteil. Das ganz große Feuerwerk aber brannten auch die Ice Tigers nicht ab. Und plötzlich war sie da, die große Chance zum Ausgleich. Diesmal waren es die Wild Wings, die in Unterzahl agierten. Als Anthony Rech in der Kühlbox saß, fuhren die Schwenninger mitten in das Nürnberger Powerplay einen Konter. Tobias Wörle hatte eine glänzende Schussposition und wollte gerade abziehen, als ihm Nürnbergs Torjäger Patrick Reimer den Puck vom Schläger klaute. Die Schwarzwälder hatten nicht nur in dieser Szene Pech. Im ersten Drittel musste auch noch Neuzugang Rihards Bukarts verletzt vom Eis. Er fällt mit einer Adduktorenzerrung wohl vier Wochen aus.

Im zweiten Abschnitt kamen die Hausherren besser ins Spiel. Die Angriffe wurden immer gefährlicher und waren endlich von Erfolg gekrönt. Als Gästestürmer Brandon Segal für zwei Minuten zuschauen musste, fasste sich der Finne Ville Korhonen ein Herz, zog über links davon und hämmerte die Scheibe zum 1:1 (35.) hoch ins lange Eck. Ein tolles Tor des Schwenninger Neuzugangs. Beflügelt von diesem Treffer waren die Neckarstädter drauf und dran, den Führungstreffer zu erzielen. Dann allerdings zeigte sich, wie grausam Eishockey sein kann. Exakt 0,2 Sekunden waren im Mittelabschnitt noch auf der Uhr, als Brett Festerling von der blauen Linie schoss. Ein Nürnberger hielt den Schläger dazwischen, und schon zappelte die Scheibe zum 1:2 (40.) im Netz. Die beiden Schiedsrichter schauten sich den Treffer nochmals auf Video an, um sicherzugehen, dass er auch innerhalb der regulären Zeit gefallen war – und gaben das Tor. "Das ist ein brutal intensives Spiel, macht aber irre Spaß", sagte Tim Bender auf dem Gang zur Kabine.

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Im letzten Drittel drängten die Schwäne auch ohne Kalle Kaijomaa, der ebenfalls ausfel, mit Macht auf den Ausgleich. Nachdem die Schwenninger ein 5:3-Überzahlspiel ungenutzt hatten verstreichen lassen, folgte der große Auftritt von Stefano Giliati. Wie ein Strich sauste der Puck von der blauen Linie zum 2:2 (58.) ins Netz. Jubelnd riss der Italiener die Arme hoch. Er hatte mit seinem Tor die Verlängerung erzwungen und seiner Mannschaft zumindest schon einen Punkt gesichert. Drei Minuten und sieben Sekunden waren in der Overtime gespielt, als Verteidiger Benedikt Brückner den Wild Wings mit dem 3:2-Siegtreffer Zähler Nummer zwei bescherte. Die Helios-Arena bebte. Am Sonntag (16.30 Uhr) gastieren die Wild Wings bei den Grizzlys Wolfsburg.