Im November 1901 wurde in der Nähe des Borsigplatzes im Dortmunder Nordosten die katholische Jugendgemeinde „Dreifaltigkeit“ gegründet. Vor allem junge Bergleute, Stahlarbeiter und polnische Immigranten waren Mitglieder der Jugendorganisation. In den folgenden Jahren trafen die Mitglieder der Gemeinde sich nicht nur zu Andachten und kirchlichen Veranstaltungen, sondern vermehrt auch zu gemeinsamen sportlichen Aktivitäten. Der damalige Vorsitzende der Jugendorganisation, Kaplan Hubert Dewald, versuchte dieses Treiben zu unterbinden. Aus Ärger über restriktive Maßnahmen trafen sich am 19. Dezember 1909 gegen 19.00 Uhr über 40 Mitglieder der Jugendgruppe im Restaurant „Zum Wildschütz“ in der Oesterholzstraße 60, um ihren eigenen Verein zu gründen.

Franz Jacobi, Sprecher und Vizepräsident des neuen Vereins, sagte: „Wir Fußballer werden seit 1906 systematisch von unserer Kirche bekämpft und diffamiert. Das können wir nicht länger hinnehmen. Die Vereinsgründung ist zwingend.“ Kaplan Dewald versuchte an jenem Abend persönlich die Vereinsgründung zu unterbinden, jedoch wurde ihm und Kollegen handgreiflich der Zutritt verwehrt. Das hatte zur Folge, dass mehrere Mitglieder der Jugendgruppe doch nicht mehr bereit waren, einen neuen Verein zu gründen. Schlussendlich waren es Franz Jacobi und 17 weitere Männer, die noch am selben Abend den „Ballspielverein Borussia 09 e. V. Dortmund“ gründeten.

Der Beiname „Borussia“ soll dabei nicht für die lateinische Bezeichnung „Preußen“ stehen, sondern sich auf die Borussia-Brauerei beziehen, die sich in der Nähe des Borsig-Platzes befand. Kurios waren auch die Trikotfarben im ersten Spiel des BVB im Januar 1911: Gespielt wurde in blau-weißen Trikots mit roter Schärpe und schwarzen Hosen. Heute sind Blau-Weiß die Farben des größten BVB-Konkurrenten, Schalke 04. Erstmals ab 1913, nach dem Zusammenschluss mit den Dortmunder Vereinen „Rhenania“ „Britannia“ und „Deutsche Flagge“, traten die Borussen in Schwarz-Gelb auf.

Borussia Dortmund gehört heute zu den erfolgreichsten und größten Sportvereinen Deutschlands. Mit rund 154 000 Mitgliedern zählt die Borussia auch weltweit zu den größten Vereinen. Acht Meisterschaften, vier Pokalsiege und seit dem 2:0 gegen die Bayern am vergangenen Samstag sechs Superpokalerfolge sind allein die nationalen Erfolge, die der BVB in seiner 110-jährigen Vereinsgeschichte vorweisen kann. International steht der Sieg im Europapokal der Pokalsieger 1966, der Triumph in der Champions League 1997 und der Gewinn des Weltpokals 1998 zu Buche.

1999 wurde in der Jahreshauptversammlung entschieden, den Lizenzspielerbereich auszugliedern und so wurde im selben Jahr die Borussia Dortmund GmbH & Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien gegründet. Am 31. Oktober 2000 ging der BVB als erster Bundesligaverein an die Börse. Inzwischen hat sich Borussia Dortmund zu einem der umsatzstärksten Vereine der Welt entwickelt.

Wissenswertes über den Verein

J+P+R Mittmann


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