Respekt, Fredi Bobic! Der Sportdirektor von Eintracht Frankfurt hat mit dem Österreicher Adolf „Adi“ Hütter einen spannenden neuen Trainer verpflichtet. Doch nicht nur das, während in Frankfurt immer neue Namen durch die Luft schwirrten (im Gespräch waren die vereinlosen Slaven Bilic und Markus Weinzierl, David Wagner von Huddersfield Town, Marco Rose von RB Salzburg und zum Schluss auch noch Ralph Hasenhüttl von RB Leipzig), hatte Bobic im April längst alles klar gemacht mit dem aus Hohenems in Vorarlberg stammenden Fußballlehrer. Mit Hütter hatte Bobic Stillschweigen vereinbart, das beide Seiten strikt eingehalten haben – weil es für Young Boys Bern um den Meistertitel seit 32 Jahren ging und beim Schweizer Topclub keine unnötige Unruhe enstehen sollte. Wie anders ist das doch abgelaufen im Vergleich zum Wechsel vom bisherigen Eintracht-Trainer Niko Kovac zum FC Bayern München.

Und damit zu Adi Hütter, 48 Jahre alt, 14-facher österreichischer Nationalspieler, vor dem Coup in Bern erfolgreicher Coach von RB Salzburg. Dort hatte er sich verabschiedet, weil ihm per Dekret von oben mehrere Stammspieler genommen und nach Leipzig transferiert wurden. Er sehe sich nicht als Ausbildungstrainer, sagte Hütter. Als was er sich sieht, ist auch überliefert: als Trainer mit Drang zu Offensivfußball und großer Lust, aus verschiedenen Charakteren eine Einheit zu formen. In Bern ist ihm das gelungen, in der Schweizer Hauptstadt gilt der Adi als Menschenfänger, bei der Multi-Kulti-Eintracht wird er sich erneut beweisen müssen. Hütter hat keine Bedenken. „Als Trainer bist du eine Führungsperson, brauchst du soziale Kompetenz“, sagt er, „wer hart ist, muss auch gerecht sein, dann vertrauen dir auch die Spieler.“ Sein fußballerisches Credo lautet: „Die Leute wollen kein Team sehen, das sich hinten einigelt, auf Konter spielt und hofft, dass aus einer Standardsituation ein Tor fallen könnte.“

Einen letzten Job hat Hütter in der Schweiz noch zu erledigen – am 27. Mai das Pokalfinale mit den Young Boys gegen den FC Zürich – die Wetten stehen hoch, dass der Österreicher als Doublegewinner zur Eintracht kommt.