Erneut ziehen dunkle Wolken über der DFB-Zentrale auf. Seit der Affäre um die Vergabe der Fußball-WM 2006 kommt der Verband nicht mehr zur Ruhe. Nun geht es um den Status der Gemeinnützigkeit. Dieser verschafft steuerliche Vorteile, stülpt allerdings das Gebot der Selbstlosigkeit über. Recherchen des „Spiegel“ werfen nun zumindest einige Fragezeichen auf. Ist die Organisation tatsächlich gemeinnützig? Keine Frage: Für viele Amateursportler und Fans gehören Fußball und Feiern zusammen. 2008 soll ein DFB-Trupp mit Begleitung anlässlich der Europameisterschaft nach Klagenfurt gereist sein. Etwa 140 Teilnehmer und Kosten von über 3000 Euro pro Nase für Flug, Hotel und Rahmenprogramm. Da kann man neidisch werden. Oder mit Blick auf einen Umtrunk nach einem Sichtungsturnier. Schiedsrichter, Trainer und Funktionäre vertilgten in Düsseldorf 639 Altbier, eine kleinere Anzahl an Pils, flaschenweise Wein und 86 Liköre. Stark von den Teilnehmern. Und stark vom Verband, der die Rechnung beglich. Fast nicht mehr ins Gewicht fällt dabei Hansi Flick. Nach geglückter Qualifikation zur U 21-EM genehmigten sich der ehemalige Sportdirektor und ein weiterer Funktionär in einem Münchener Restaurant zwei Flaschen Champagner für und zwei Flaschen Wodka. Die Rechnung – über 1000 Euro – übernahm der Arbeitgeber. Allerdings muss man zugutehalten: Auf der Weihnachtsfeier im Jahr 2016 wurden die zuvor kalkulierten 10 000 Euro für einen Komiker eingespart – zugunsten einer internen Lösung. Wer der DFB-Spaßvogel war, ist nicht bekannt. Der oder die Mitarbeiterin stellt zumindest die Eigenschaft unter Beweis, für die der Verband nun gut argumentieren muss. Vielleicht mit einem Report, wie dem damaligen „Freshfield-Bericht“ zur „Sommermärchen-Affäre“. Der DFB erteilt der Kanzlei den Auftrag, beschert ihr damit fünf Millionen Euro. Und das Ergebnis? Oh Wunder.