Natürlich ist es leicht, jetzt an Marco van Basten zu erinnern. An sein Traumtor aus spitzem Winkel – über den sowjetischen Torwart Rinat Dassajew hinweg. Ein Tor für die Geschichtsbücher, ein goldener Moment. Für die Holländer. Und die Sowjetunion? Die muss leiden in diesem EM-Finale 1988 in München.

Von Beginn an läuft es nicht bei den Mannen von Valeri Lobanowski. Zu allem Überfluss verschießt auch noch Igor Belanow in der 58. Minute einen Foulelfmeter, Hollands Torwart Hans van Breukelen wehrt den Ball ab. Jener Belanow, der kurze Zeit später für Borussia Mönchengladbach und Eintracht Braunschweig in Deutschland spielte.

Er war damit der erste sowjetische Nationalspieler, der in die Bundesliga wechselte. Mönchengladbach soll für ihn im Oktober 1989 zwei Millionen DM bezahlt haben – nicht wenig für einen Spieler, der seinen Leistungszenit überschritten hatte und bei Dynamo Kiew meist nur noch auf der Ersatzbank saß. In Mönchengladbach soll er darauf bestanden haben, in Dollar bezahlt zu werden – Belanow vertraute der US-amerikanischen Währung offenbar mehr. Als der Kurs allerdings einbricht, steigt die Panik im Hause Belanow – prompt wird die Familie des Pelzdiebstahls in Düsseldorf verdächtigt. 2003 steigt er beim Schweizer Erstligisten FC Wil ein. Die Trennung allerdings erfolgt bald.

 

Der Autor dieses Textes Marco Scheinhof.