Im Gegensatz zu den meisten Vereinen in der Bundesliga hat der TSV Bayer 04 Leverkusen e. V. mit der 1999 ausgegliederten Profifußballabteilung in der Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH nicht mehr viel zu tun. Denn wo andere Vereine dank der 50+1-Regelung des DFB immer noch anteilsmäßig an der Profifußballabteilung beteiligt sein müssen, liegen alle Anteile der Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH bei der Bayer AG. Dies wurde der Bayer AG durch eine Ausnahmeregel zur 50+1-Regelung, der „Lex Leverkusen“, ermöglicht. Doch was bei vielen Fußballfans vielleicht Empörung auslöst oder als unfairer Wettbewerb angesehen wird, ist, wenn man die Historie des Vereins betrachtet, gar nicht so abwegig.

Mit einem Brief hat alles begonnen. Im November 1903 schickten die zwei Angestellten Wilhelm Hauschild und August Kuhlmann einen von 170 Männern unterschriebenen Brief an die Geschäftsleitung der Farbenfabriken, vormals Friedrich Bayer & Co., mit der Bitte zur Erlaubnis und Unterstützung bei der Gründung eines konzerneigenen Turnvereins. Eine Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Friedrich Bayer Jr. (damaliger Firmenchef bei Bayer) und Carl Duisberg (Direktor und Vorstandsmitglied bei Bayer) willigten ein und stellten außerdem den Bau einer Turnhalle in Aussicht. So kam es am 1. Juli 1904 zur Gründung des „Turn- und Spielverein der Farbenfabriken vormals Friedrich Bayer & Co. in Leverkusen“, kurz TuS 04. Die Fußballabteilung des TuS 04 wurde allerdings erst drei Jahre später ins Leben gerufen.

1923 trennte sich die Fußballabteilung vom Turnverein und gründete den „Fußballverein 04 Leverkusen“, kurz FV 04 Leverkusen. Fünf Jahre später kam es nach der Fusion des FV 04 mit dem BV Wiesdorf zur „Sportvereinigung Wiesdorf-Leverkusen 04“, die auch Feldhandball, Boxen, Faustball und Leichtathletik praktizierte. Ab 1935 trug der Verein offiziell den Namen „Sportvereinigung Bayer Leverkusen 04“.

Der TSV Bayer 04 Leverkusen entstand in seiner heutigen Struktur erst 1984 nach der Zusammenführung der Sportvereinigung Bayer 04 Leverkusen und dem Turn- und Spielverein 04 Bayer Leverkusen. Seit dem Bundesligaaufstieg 1979 sind die Leverkusener durchgehend im Oberhaus vertreten. Nach Anlaufschwierigkeiten in der Bundesliga konnten sie sich Mitte der 80er-Jahre in den oberen Tabellenplätzen festsetzen und feierten mit dem Uefa-Cup-Sieg 1988 den größten Erfolg. In den Jahren 1996 bis 2002 spielte Bayer 04 Leverkusen immer oben mit und erreichte in diesen sechs Spielzeiten gleich viermal den zweiten Platz in der Bundesliga.

Besonders die Saison 2001/02 war mit drei zweiten Plätzen in Liga, Pokal und Champions League sehr bitter für Bayer. Diese Serie brachte dem Klub dann auch den Spitznamen „Vizekusen“ ein. 2010 ließ sich die Bayer AG den Begriff „Vizekusen“ sogar beim deutschen Patent- und Markenamt als Markenname schützen. In den Jahren bis heute waren die Leverkusener bis auf wenige Ausnahmen stetiger Gast im internationalen Wettbewerb, kamen allerdings in keinem Wettbewerb mehr über ein Viertelfinale hinaus.

Wissenswertes über den Verein

J+P+R Mittmann


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