Eigentlich waren sich die Experten einig. Sieben Weltmeistertitel, eingefahren von einem fulminanten Michael Schumacher, das wird ein Rekordergebnis für die Ewigkeit sein. Schumacher war so dominant, dass eine Wiederholung ausgeschlossen schien. Bis, ja bis Lewis Hamilton in Zusammenarbeit mit Mercedes den Anfang der Hybridära nutzte, um sich selbst und das Team in eine solch starke Position zu bringen, dass sich die Konkurrenz die Zähne daran ausbeißt. Viele Jahr war der Mercedes-Rennwagen so überlegen, dass ein Weltmeistertitel die logische Folge war.

Das könnte Sie auch interessieren

Es ging lediglich darum, den eigenen Teamkollegen zu besiegen. Nur einmal ist das Hamilton gegen Nico Rosberg nicht gelungen. In diesem Jahr aber hatte Hamilton über weite Strecken nicht das beste Auto. Ferrari und Sebastian Vettel schienen im Vorteil, machten daraus aber zu wenig. Zum einen wegen eigener Fehler, zum anderen aber auch wegen der Extraklasse des Briten. Hamilton zeigte gar Außergewöhnliches. In Monza blieb er vor 100 000 Ferrari-Fans cool und holte den Sieg.

In Singapur zauberte er eine Qualifikationsrunde auf den Asphalt, die selbst seinen Ingenieuren unheimlich war. Sie hatten nicht damit gerechnet, dass man dort so schnell fahren kann. Oder Hamiltons Aufholjagd in Hockenheim, als er von Startplatz 14 aus noch zum Sieg fährt. Hamilton ist ein außergewöhnlicher Fahrer. Und ein außergewöhnlicher Mensch. Er fliegt um die Welt, von Termin zu Termin. Hamilton braucht das. Und Mercedes lässt ihn. Weil es derzeit keinen besseren Fahrer gibt.