Für ein paar Sekunden war die Enttäuschung groß, bevor dann doch die Erleichterung kam. Am Ende des zweiten Laufs sind es drei Sekunden Unterschied, die beim Slalom der Para-Ski-Weltmeisterschaft im slowenischen Kranjska Gora die aus Radolfzell-Stahringen stammende Anna-Lena Forster zur Goldmedaillengewinnerin machen.

Unbegründete Sorge

Dabei dachte Forster erst, dass ihr der WM-Titel in ihrer Paradedisziplin entglitten sei. „Ich bin aggressiv in den zweiten Lauf gegangen, da ich im ersten nur 0,75 Sekunden schneller war. Bis zum drittletzten Tor hat es auch gut geklappt, da habe ich dann aber einen Fehler gemacht“, resümiert Forster nach dem Rennen. Im Ziel angekommen ging sie nicht mehr von einem Sieg aus. Die Sorge war jedoch unbegründet, denn im zweiten Lauf war sie trotz Fehler schneller als im ersten.

„Es fühlt sich riesig an, nun auch den WM-Titel geholt zu haben“

„Ich war richtig erstaunt, als ich merkte, dass es doch noch gereicht hat“, erzählt die glückliche Stahringerin, die nach ihrem Erfolg bei den Winter-Paralympics 2018 in Pyeongchang nun bei der Weltmeisterschaft Gold gewonnen hat. „Es fühlt sich riesig an, nun auch den WM-Titel geholt zu haben“, schwärmt die 23-Jährige. „Es bestätigt das, was man in den letzten Jahren erreicht hat.“

Zweite Medaille im zweiten Rennen

Bereits im Riesenslalom am Dienstag hatte Forster Bronze gewonnen, nun hat sie die zweite Medaille im zweiten Rennen bei der Para-Ski-WM geholt. Ihr Hunger nach Erfolgen ist damit aber noch lange nicht gestillt: „Satt wird man nie“, sagt sie mit einem Lächeln, und fügt hinzu: „Ich habe in anderen Disziplinen noch Aufholbedarf, da gibt es noch genug zu holen.“

Speed-Disziplinen kommen als nächstes

Zu holen gibt es für Forster vielleicht schon nächste Woche etwas, denn als nächstes stehen die Speed-Disziplinen an. Auch in denen hat die Stahringerin große Medaillenchancen. „Natürlich will ich da auch aufs Treppchen fahren, doch in der Vorbereitung hatten wir wenig Speedtraining, außerdem kennen wir den Hang gar nicht“, sagt Forster zu dem Wettbewerb in der kommenden Woche.

Ihr Motto deshalb: „Mal schauen.“ Mit dem Sieg im Slalom kann sie befreit in die weiteren Rennen gehen, wie sie selbst sagt. „Mein Ziel für die Weltmeisterschaft“, sagt die glückliche Stahringerin, „habe ich mit dem Gold im Slalom bereits erreicht.“