Wir hatten früher in unserer Freizeitmannschaft einen Verteidiger, dessen Vorbild war Georg „Katsche“ Schwarzenbeck. Der echte Katsche war in den 70-er-Jahren der „Putzer des Kaisers“, der Vorstopper an der Seite des Liberos Beckenbauer, und zeichnete sich vor allem dadurch aus, dass er ziemlich oft eines seiner langen Beine zwischen Ball und Gegner brachte. Ein Mitspieler eines Teams, in dem ich gelegentlich als Leihspieler kickte, war „der Förster“. So wie sich ein echter Förster um den Wald und dessen Tiere kümmert, nahm sich dieser Kumpel dem eigenen Strafraum und der gegnerischen Sturmspitze an. Persönlich, aus nächster Nähe, mit klarer Vorgabe – im Wald kommt auch mal die Axt zum Einsatz. Mein Katsche foulte öfter als mein Förster, aber wenn letzterer zulangte, dann war Schluss mit lustig. Dessen Vorbild Karlheinz Förster spielte von 1976 bis 1986 beim VfB Stuttgart, wurde mit ihm 1984 deutscher Meister – und wird heute 60.

Karlheinz Förster war Verteidiger in Zeiten, in denen im Fußball noch nicht die Räume zugestellt wurden – er war Manndecker! Und der aus Mosbach im Neckar-Odenwald-Kreis stammende Förster war einer der besten seines Fachs. Mit der Nationalelf wurde er 1980 Europameister sowie bei den Weltmeisterschaften 1982 und 1986 Vizeweltmeister. Er kam auf 81 Länderspiele und erhielt 1982 seine „schönste Auszeichnung“, als ihn die Sportjournalisten zum „Fußballer des Jahres“ kürten. Alles gut also? Fast. Noch heute ist er der Meinung, dass es 1982 zum WM-Titel hätte reichen können. Dass es nicht so kam, lag an der Unprofessionalität einiger Akteure. Schon im Schwarzwälder Trainingslager wurde so oft gefeiert, dass aus dem Schluchsee der „Schlucksee“ wurde. Försters Sache war und ist das nicht. Auch heute am 60. gibt’s höchstens ein Gläschen. Dazu aber Prost!