Basketball-Bundesligist Alba Berlin wird zur kommenden Saison auf seine Cheerleader, die Alba Dancers, verzichten. „Wir sind zu der Überzeugung gekommen, dass das Auftreten junger Frauen als attraktive Pausenfüller bei Sportevents nicht mehr ins unsere Zeit passt“, formulierte Alba-Geschäftsführer Marco Baldi auf der Homepage des Vereins. Doch wie bewerten die Klubs aus unserer Region die Verbannung der Gruppe nach 25 Jahren? Sind Cheerleader nicht mehr zeitgemäß? Wir haben bei den Wiha Panthers Schwenningen, der HSG Konstanz und dem TV Konstanz nachgefragt.

Twirling-Tanz-Sportgruppe bei den Wiha Panthers

Bei den Wiha Panthers Schwenningen tritt seit etwa einem Jahr in den Auszeiten und in der Halbzeit die Twirling-Tanz-Sportgruppe TTSG Niedereschach auf. Twirling ist eine Sportart, die rhythmische Sportgymnastik, Turnen und Tanzen kombiniert. Die TTSG betreibt dies mit zahlreichen Deutschen Meisterschaften sehr erfolgreich.

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Rohde steht hinter der Entscheidung von Alba Berlin

Holger Rohde, Pressesprecher der Wiha Panthers: „Ich stehe voll hinter der Entscheidung von Alba Berlin. Wir haben bei uns keine Cheerleaderinnen, weil wir es problematisch finden, jugendliche Mädchen in luftigen Outfits auftreten zu lassen. Twirling ist hingegen anders. Es ist eine eigene Sportart, und die Tänzerinnen sind Wettkampfsportler, die die Spiele der Wiha Panthers nutzen, um sich zu präsentieren und zu üben. Daher sehe ich dies bei uns unproblematisch. Von unserem Publikum habe ich diesbezüglich noch kein negatives Feedback erhalten. Letztlich hängt es auch immer von der Einstellung der Gesellschaft ab, wie Cheerleaderinnen gesehen werden.“

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HSG Konstanz derzeit ohne Pausenunterhaltung

Bei den Partien der HSG Konstanz tritt aktuell keine Cheerleader-Gruppe auf. In den vergangenen Jahren sorgten die „Constance Cougars“, eine Gruppe von Studentinnen, für die Unterhaltung in den Pausen und Auszeiten. Da einige dieser Studentinnen mittlerweile das Studium beendet haben, machen die „Cougars“ vorerst eine Pause, trainieren aber schon in neuer Besetzung.

Auftritt bei den Zweitliga-Handballern der HSG: Die Konstanzer Kugas.
Auftritt bei den Zweitliga-Handballern der HSG: Die Konstanzer Kugas. | Bild: Bilder: Angstmann

Bei der HSG sind die „Cougars“ immer willkommen

Andreas Joas, Pressesprecher der HSG Konstanz: „Aktuell haben wir leider keine Cheerleader-Gruppe. Wir freuen uns aber schon, wenn es wieder soweit ist, und die „Cougars“ in der Schänzlehalle hoffentlich bald auftreten. Es kam bei uns in der Halle immer super an. Klar gibts hier und da mal verscheidene Meinungen und dem ein oder anderen gefällt es nicht, aber wem gefällt schon jedes Programm? Die „Cougars“sind bei uns herzlich willkommen.“

Keine Cheerleader bei den Konstanzer Basketballern

Aktuell gibt es auch beim TV Konstanz keine Tanzgruppe. Lukas Ahlhaus, Abteilungsleiter des TV Konstanz, kommentiert die Verbannung der Alba Dancers wie folgt: „Wir haben aktuell keine Gruppe, wären aber grundsätzlich offen dafür. Ich finde es ein bisschen schade, dass das Phänomen Tanz in eine Schublade gesteckt wird. Alba Berlin orientiert sich da an amerikanischen Gruppen, aber man könnte ja Cheerleader-Gruppen durch beispielsweise eine Hip-Hop-Gruppe ersetzen. Das Phänomen Tanz ist unglaublich mitreißend und die Unterhaltung ist super, aber der Tanz sollte eben im Vordergrund stehen. Gerne auch eine Gruppe mit Frauen und Männern.“