Bereits zu Beginn des sechsten Wettkampftags bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang hat die deutsche Mannschaft genauso viele Goldmedaillen geholt wie vor vier Jahren in Sotschi insgesamt. Die Eiskunstläufer Aljona Savchenko und Bruno Massot sicherten im Paarlauf-Wettbewerb den achten Olympiasieg für das deutsche Team.

Savchenko/Massot holten sich mit einer Klasse-Kür noch den ersten Platz und machten nach dem verpatzten Kurzprogramm gleich drei Ränge gut – auch weil die Konkurrenten patzten. Die Wahl-Oberstdorfer setzten sich gegen die Weltmeister Sui Wenjing/Han Cong aus China und die Kanadier Meagan Duhamel/Eric Radford durch. Für Savchenko war es bereits die dritte Olympia-Medaille. In Vancouver 2010 und Sotschi 2014 wurde sie an der Seite von Robin Szolkowy jeweils Dritte. Es war das erste olympische Paarlauf-Gold für Deutschland seit 66 Jahren, als das Ehepaar Ria und Paul Falk 1952 gewann. 

.Aljona Savchenko und Bruno Massot
.Aljona Savchenko und Bruno Massot

Gold-Favoritin Viktoria Rebensburg verpasste eine Medaille im Riesenslalom knapp. Die beste deutsche Skirennfahrerin landete beim Sieg der Amerikanerin Mikaela Shiffrin auf Rang vier. Auf die drittplatzierte Federica Brignone aus Italien fehlten Rebensburg nur zwölf Hundertstelsekunden. Die 28-Jährige vergab die Chancen auf eine bessere Platzierung durch einen groben Fehler im ersten Lauf und konnte damit nach Gold 2010 und Bronze 2014 nun in ihrer Spezialdisziplin kein Edelmetall gewinnen. 

Die Hoffnungen von Kitzbühel-Sieger Thomas Dreßen auf eine Olympia-Medaille in der Abfahrt erfüllten sich ebenfalls nicht. Als Fünfter sorgte der Skirennfahrer aus Mittenwald aber für das beste Olympia-Resultat eines deutschen Abfahrers seit Markus Wasmeiers viertem Platz 1992 in Albertville. Gold sicherte sich der Norweger Aksel Lund Svindal vor seinem Teamkollegen Kjetil Jansrud und dem Schweizer Favoriten Beat Feuz. Für Svindal war es sein zweites Gold nach dem Super-G-Triumph von 2010. „Im ersten Moment war ich schon enttäuscht, dass es für keine Medaille gereicht hat. Aber am Ende des Tages Fünfter zu sein, ist nicht so schlecht“, sagte Dreßen.

Deutschlands Eishockey-Team hat nach achten Jahren ein glückloses Olympia-Comeback gegeben und das erste Vorrundenspiel deutlich mit 2:5 (1:2, 0:2, 1:1) gegen Finnland verloren. Zu nervös präsentierte sich die Mannschaft von Bundestrainer Marco Sturm gegen spielerisch klar bessere und effizientere Finnen.

Medaillenchancen eröffnen sich für die deutsche Mannschaft an diesem Donnerstag noch in den Biathlon-Einzelrennen (15 Kilometer der Frauen: 9.15 Uhr MEZ; 20 Kilometer der Männer: 12.00 Uhr MEZ) und im Teamwettbewerb der Rodler (13.30 Uhr).