Ginge ein Fußballspiel nur 44 Minuten, hätten sich wahrscheinlich einige Freiburger eine glatte Eins verdient. Weil aber der VfB Stuttgart im Baden-Württemberg-Duell innerhalb von zwei Minuten vor der Pause von 0:3 auf 2:3 verkürzte, wurde aus einem Nachmittag wie im Rausch ein Zittern bis zum Ende für SC-Fans. Hier sind die Noten einer dennoch insgesamt guten Breisgauer Mannschaft.

Mark Flekken: Der Niederländer zeigte trotz zweier Gegentore eine gute Leistung. Bereits früh demonstrierte er beim Fernschuss von Massimo seine Flugqualitäten, auch gegen Klimowicz parierte er zweimal stark. Bei den Gegentoren war er machtlos. Auffallend gut war seine Spieleröffnung, am besten zu bestaunen beim 3:0, als er den Treffer mit einem Abschlag auf den rechten Flügel einleitete. – Note: 2

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Lukas Kübler: Der Rechtsverteidiger erledigte seinen Job als Ersatz von Jonathan Schmid (Quarantäne) vor allem in der Defensive ordentlich. Seine beste Aktion war, als er kurz vor der Pause in höchster Not vor Borna Sosa zur Ecke klärte. Mit dem Kroaten hatte Kübler alles andere als einen angenehmen Gegenspieler, dass Sosa aber kaum zu seinen gefürchteten Flanken ansetzen konnte, lag auch am Freiburger. Offensiv hingegen mit wenigen Impulsen. – Note: 2,5

Philipp Lienhart: Beim 2:3 entwischte Hamadi Al Ghaddioui dem Österreicher, abgesehen davon machte der Verteidiger seine Sache aber gut. Bei offensiven Standards war er stets ein Unruheherd und hinten meist zuverlässig. – Note: 2,5

Nico Schlotterbeck: Der kürzlich von Bundestrainer Flick (der im Stadion zuschaute) nominierte Innenverteidiger war am Boden und in der Luft eine Macht. Gewann nahezu jedes Kopfballduell und nahm somit Al Ghaddiouis größte Stärke. Einmal ließ er sich aber von Waldemar Anton ordentlich nassmachen und ermöglichte damit eine große VfB-Chance. Flick darf sich in seiner Nominierung bestätigt sehen – Note: 2

Stuttgarts Philipp Förster (l) in Aktion gegen Freiburgs Nico Schlotterbeck (r).
Stuttgarts Philipp Förster (l) in Aktion gegen Freiburgs Nico Schlotterbeck (r). | Bild: Tom Weller/dpa

Christian Günter: Der Kapitän war in der ersten halben Stunde einer der Besten einer starken Freiburger Mannschaft, flachte dann aber stark ab. Gemeinsam mit Grifo initiierte er einen Angriff nach dem anderen über den linken Flügel. Der frühe Führungstreffer war eine typische Günter-Szene: Energisches Überlaufen und eine perfekte Flanke auf den Kopf von Jeong. In der Defensive offenbarte er allerdings ein paar Nachlässigkeiten und setzte in Hälfte zwei – auch durch die taktische Umstellung bedingt – keine Akzente mehr. Note: 3

Roland Sallai: Weil viele Angriffe des Sport-Clubs über links liefen, war Sallai auf der Gegenseite nicht ganz so auffällig. Dennoch hatte er einen großen Auftritt: Beim 0:3 ließ er Kempf einfach stehen und flankte perfekt auf Höler. Er selbst hätte zweimal treffen können, ließ aber beide aussichtsreiche Gelegenheiten liegen. Nach 81 Minuten durch Kevin Schade ersetzt. – Note: 3,5

Freiburgs Roland Sallai (l) in Aktion gegen Stuttgarts Marc Oliver Kempf (r).
Freiburgs Roland Sallai (l) in Aktion gegen Stuttgarts Marc Oliver Kempf (r). | Bild: Tom Weller/dpa

Yannik Keitel: Leitete mit einem Ballgewinn das frühe 1:0 ein. In der Folge war das Talent ein sicherer Ballverteiler mit gelegentlichen Ausflügen nach vorne. In der Arbeit gegen den Ball offenbarte der U21-Nationalspieler aber Schwächen. Nach 45 Minuten war für ihn verletzungsbedingt Schluss. Note: 3,5

Nicolas Höfler: Der defensive Mittelfeldspieler spielte unauffällig und mit Ball ohne grobe Fehler. Allerdings sah man den Sechser aufgrund der personellen Überzahl der Stuttgarter im Zentrum vor allem gegen Ende der ersten Hälfte häufig beim Hinterherlaufen. Zur Pause ebenfalls angeschlagen ausgewechselt. – Note: 3

Philipp Förster (l) in Aktion gegen Freiburgs Nicolas Höfler (r).
Philipp Förster (l) in Aktion gegen Freiburgs Nicolas Höfler (r). | Bild: Tom Weller/dpa

Vincenzo Grifo: Spielte eine überragende erste halbe Stunde und machte mit seinem überforderten Gegenspieler Massimo, was er wollte. Zwar bereitete der Italiener kein Tor direkt vor, war aber an vielen gefährlichen Angriffen der Freiburger beteiligt. Etwas überraschend kam seine Auswechslung nach der ersten Hälfte. Note: 2

Woo-Yeong Jeong: Was für eine Show des Südkoreaners in den ersten neun Minuten: Erst ein platzierter Kopfball, dann ein satter Dropkick nach einer Ecke. Jeong trifft einfach gerne gegen den VfB, bereits in der Vorsaison netzte er im Rückspiel gegen die Schwaben ein. Nach seinen zwei Treffern war Jeong aber nicht mehr ganz so auffällig, stellte sich in Hälfte zwei aber in den Dienst der Mannschaft und fügte sich in den Defensivverbund ein. – Note: 2

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Lucas Höler: Der Mittelstürmer hatte nicht viele Ballaktionen, machte aber das, was ein Knipser eben machen muss – zur rechten Zeit an der rechten Stelle stehen und den Ball ins Tor nicken – wie beim 3:0. Davon abgesehen war Höler ein beliebter Adressat für lange Bälle. Mit etwas zu viel Theatralik machte er sich in Stuttgart keine Freunde. Note: 3

Freiburgs Lucas Höler (r) jubelt nach seinem Tor zum 0:3 mit Freiburgs Nicolas Höfler (l).
Freiburgs Lucas Höler (r) jubelt nach seinem Tor zum 0:3 mit Freiburgs Nicolas Höfler (l). | Bild: Tom Weller/dpa

Manuel Gulde: Der 30-Jährige kam zur Pause, um den Abwehrverbund zu einer Fünferkette zu erweitern. Streichs taktischer Kniff ging auf und Gulde machte einen unaufgeregten, souveränen Job. – Note: 3

Maximilian Eggestein: Eggestein deutete an, weshalb ihn der Sport-Club als Ersatz für den abgewanderten Santamaria verpflichtete. Er deutete sein gutes Passspiel und seine Antizipationsstärke an und war der deutlich offensivere Teil des Sechser-Duos mit Haberer nach der Pause. Allerdings ließ er Klimowicz einmal davonziehen und ermöglichte dadurch eine gute Chance für die Gastgeber. Note: 2,5

Stuttgarts Mateo Klimowicz (l) in Aktion gegen Freiburgs Maximilian Eggestein (r).
Stuttgarts Mateo Klimowicz (l) in Aktion gegen Freiburgs Maximilian Eggestein (r). | Bild: Tom Weller/dpa

Yanik Haberer: Kam zur Pause, um das Zentrum zu stabilisieren, und machte genau dies. Haberers Beitrag fiel nicht groß auf, weil er viel Laufarbeit verrichtete, Räume zumachte und Pässe abfing. Für die offensiven Akzente aus dem zentralen Mittelfeld war Eggestein zuständig. Note: 2,5

Kevin Schade: Der junge Angreifer kam in der 81. Minute, zu spät für eine Bewertung. Handelte sich sogar noch eine unnötige gelbe Karte ein und vergab in der Nachspielzeit das 2:4. – keine Note

Ermedin Demirovic: Erst in der 88. Minute eingewechselt. – keine Note