Viktoria Gerg

Tiny Houses erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Die Gründe sind vielfältig: Kleinsthäuser sind deutlich günstiger, als normale Wohnhäuser, Menschen wollen sich räumlich verkleinern oder leben so den Traum des Minimalismus. Aber was gilt als Tiny House? Wir haben die Informationen für sie zusammengefasst.

Was ist ein Tiny House?

Nach Definition des Bundesverbandes Mikrohaus sind Tiny Houses "vollwertige Gebäude der Gebäudeklasse I und dienen zum temporären oder dauerhaften Wohnen".

Tiny Houses haben

  • einen umbauten Raum von bis zu 110 Kubikmetern
  • eine durchschnittliche Nutzfläche von 15 bis 45 Quadratmetern, wobei es keine Minimal- oder Maximalgröße gibt
  • eine Küche beziehungsweise Küchenzeile, Bad und Schlafbereich
  • Anschluss an die öffentliche Ver- und Entsorgung mit Wasser, Abwasser und Strom

Die Kleinsthäuser können stationär, teilmobil und straßenzugelassen mobil sein. Die Kosten sind unterschiedlich, legale Tiny Houses sind aber nichts für den ganz kleinen Geldbeutel.

Welche Arten von Tiny Houses gibt es?

Es gibt laut Bundesverband verschiedene Bauten, die als Mikrohaus bezeichnet werden können:

  • Tiny Houses: Diese Kleinsthäuser sind entweder stationär oder teilmobil und werden entweder vor Ort montiert oder mit Hilfe eines Sondertransports geliefert. Möglich ist, dass die Tiny Houses eigene Fahrwerke besitzen, die für den Transport genutzt werden. Es kann als Wohnhaus, Ferienhaus und Wochenendhaus genutzt werden.
  • Tiny Houses on wheels: Diese Mikrohäuser sind Anhänger mit eigenen Rädern, die eine Straßenverkehrszulassung haben. Dabei handelt es sich um sogenannte Hybriden, die zugleich Wohngebäude und Fahrzeug sind. Es kann als Wohnwagen, Wochenendhaus, Ferienhaus oder Wohnhaus genutzt werden.
  • Containerbauten: Die Struktur dieses Mikrohauses wird durch den Stahlrahmen eines Containers geprägt. Containerbauten können als Wohnhaus, Wochenendhaus oder Ferienhaus genutzt werden.
  • Bauwagen: Ein Bauwagen ist mobil und nur für einen temporären Aufenthalt geeignet. Bauwagen haben in der Regel keine Straßenverkehrszulassung und erfüllen nicht die baurechtlichen Anforderungen eines Wohnhauses. Sie können allerdings in Kleingartensiedlungen oder im eigenen Garten genutzt werden. Der Bauwagen kann als Wochenendhaus und Ferienhaus genutzt werden.
  • Zirkuswagen: Darunter versteht man Anhänger, die zum Beispiel als Wohnanhänger für Schausteller oder für Schäfer genutzt wurden. Die Anhänger haben oder hatten eine Verkehrszulassung und können als Wohnwagen, Wochenendhaus oder Ferienhaus genutzt werden.
  • Hausbote/Floating Homes: Diese "schwimmenden Wohnwagen" werden meistens im Freizeitbereich genutzt. Sie können nur als Wohngebäude genutzt werden, wenn der Liegeplatz für eine Wohnnutzung zulässig ist.
  • Mobilheime: Darunter versteht man Wochenendhäuser, die mit Hilfe eines Tiefladers und Hilfsrädern verlegt werden können. Auch wenn Hersteller damit werben sollten, sind diese nicht zum dauerhaften Wohnen zulässig, da ihnen die baurechtlichen und umwelttechnischen Voraussetzungen dafür fehlen. Es kann also lediglich als Gartenhaus oder Wochenendhaus Verwendung finden.
  • Berghütte/Chalet: Dieses Mikrohaus kommt aus dem Alpenraum und wird traditionell aus Holz gefertigt. Chalets erkennt man an ihrem typischen flachen Satteldach und dem weiten Dachüberstand. Diese können als Wohnhaus oder Ferienhaus genutzt werden.

Dauerhaft wohnen ist demnach nur in Tiny Houses, Tiny Houses on Wheels, Containerbauten, Chalets und in seltenen Fällen auch auf Hausboten möglich.

Die Mikrohäuser können privat genutzt werden, es gibt aber auch immer mehr Tiny Houses, in denen man Urlaub machen kann.