Jeder Mensch weiß, wie Spinnen– genauer gesagt Webspinnen– ihre Beute fangen: Sie spannen ihr Netz aus und warten darauf, dass andere Tiere ihnen in die Falle gehen. Das tückische dabei: Das Netz der Spinnen ist klebrig, die Tiere verfangen sich darin, bleiben kleben und die Spinne kann sich in Ruhe bedienen. Übrigens: Auch wenn Menschen nicht in Spinnennetzen kleben bleiben, können einige Spinnen für Menschen dennoch gefährlich sein. Hier lesen Sie über die zwölf gefährlichsten Spinnen der Welt.

Spinnennetze und die dazugehörigen Spinnen finden sich überall, in der Natur, aber auch in Häusern und Gärten. Aber wie schafft es die Spinne eigentlich, über das eigene Netz zu spazieren ohne dabei selbst kleben zu bleiben? Die Antwort auf diese Frage ist tatsächlich sehr simpel.

Wieso die Spinne nicht am eigenen Netz klebenbleibt – Faden ist nicht gleich Faden

Die einfache Antwort auf die Frage, wieso Spinnen nicht in ihrem eigenen Netz kleben bleiben, lautet: Weil nicht jeder Faden klebrig ist und die Spinne das natürlich weiß, wie das Bodensee Naturmuseum in Konstanz erklärt. Wenn eine Webspinne ihr Netz baut, kann sie laut der Universität Bayreuth aus bis zu sieben Seidenarten wählen, die sie aus ihren Spinndrüsen absondert und die alle unterschiedliche Eigenschaften besitzen.

Einige der Fäden werden mit winzigen Leimtröpfchen versehen, um sie klebrig zu machen. Das sind bei einem klassischen Spinnennetz aber nur die Querfäden. Die anderen Fäden, die nach draußen führen und sozusagen das Gerüst des Netzes bilden, versieht die Spinne nicht mit Leimtröpfchen. Sie sind also nicht klebrig und die Spinne kann problemlos auf ihnen herumlaufen.

Spinnennetze: Füße der Spinnen weisen den Leim ab

Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht. Besonders beim Bau des Netzes berühren Spinnen immer wieder auch die klebrigen Querfäden. Wieso bleiben sie also dabei nicht kleben? Die Antwort liegt in der genauen Betrachtung der Füße der Spinne. Ein Spinnenfuß – auch Tarsus genannt – ist voll mit kleinen, feinen Härchen. Diese werden als Setae bezeichnet. Dank dieser Härchen bleiben die Spinnen nicht auf ihrem eigenen Netz kleben, wie das Magazin Spektrum berichtet.

Denn die Härchen sorgen zum einen für möglichst wenig Kontakt mit dem Untergrund. Und zum anderen, noch viel wichtiger, weisen die Härchen den Leim ab. Durch eine ölige Oberflächenschicht gelingt ihnen das. Deshalb bleiben Spinnen, selbst wenn sie einmal auf einen klebrigen Querfaden treten, nicht in ihrem eigenen Netz kleben.

Die meisten Spinnen in Deutschland sind harmlos. Aber seit einiger Zeit mehren sich Berichte über Sichtungen von Nosferatu-Spinnen, Chilenischen Winkelspinnen oder sogar von der tödlichsten Spinne der Welt, der Brasilianischen Wanderspinne.

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