Lukas Rameil

Menschen mit Spinnen-Phobie müssen jetzt tapfer sein. Es wird zuweilen haarig und um ein vielfaches größer als alles Bekannte. Außerdem: Der Titel der größten Spinne der Welt kann nicht mal eben schnell an eine Spinnenart vergeben werden. So gibt es gleich zwei Riesenexemplare, die für den Titel "größte Spinne der Welt" infrage kommen - die laotische Riesenkrabbenspinne mit der größten Beinspannweite und die Goliath-Vogelspinne mit dem größten Körperumfang. Was sie auszeichnet, wo sie hauptsächlich anzutreffen sind und ob sie giftig sind, erfahren Sie hier.

Die Goliath-Vogelspinne im Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Theraphosa blondi
  • Verbreitung: Die Riesenvogelspinne lebt im Norden Brasiliens, im tropischen Regenwald Südamerikas, in Venezuela, in Guyana und in Suriname
  • Lebenserwartung: Die Weibchen werden bis zu 12 Jahre alt, die Männchen lediglich 12 bis 15 Monate
  • Größe: Körperlänge bis zu 12 Zentimeter, Beinspannlänge bis zu 30 Zentimeter

Wie groß wird die Goliath-Vogelspinne?

Vogelspinnen sind auch hierzulande für ihre außerordentliche Größe bekannt. Es soll sogar Menschen in unseren Breitengraden geben, die sich eines der haarigen Exemplare Zuhause halten. Weniger jedoch die im Fachjargon unter "Theraphosa Blondi" geführte Riesenspinne, die zwar auch zur Gattung der Vogelspinne gehört, doch unsere Vorstellungen von den haarigen Krabbeltieren noch um Längen übertreffen dürfte. Nicht umsonst ist die sie unter dem passenden Namen Goliath-Vogelspinne bekannt.

Allein ihr gewaltiger, für gewöhnlich rost- bis kastanienbrauner Körper misst nämlich zwölf Zentimeter, was schätzungsweise dem Durchmesser einer CD entspricht. Ausgewachsene Männchen sind weniger kräftig gebaut als weibliche Exemplare und sind zudem oftmals durch ihre dunklere Färbung zu erkennen. Dazu kommen opulente und haarige Beine. Mit einer Spannlänge von bis zu 30 Zentimetern und einem Gewicht von bis zu 200 Gramm macht sie ihrem Namen alle Ehre. Die Goliath-Vogelspinne galt bis vor einem Fund einer alle Maße sprengenden Riesenkrabbenspinne als unangefochtene größte Spinne der Welt.

Wovon ernährt sich die Goliath-Vogelspinne?

Auf dem Speiseplan der Goliath-Vogelspinne stehen in erster Linie Insekten, Würmer und Amphibien. Allerdings wurden die Spinnen in der Wildnis auch beim Fressen von Fröschen, Kröten, Echsen, Nagetieren und sogar Schlangen beobachtet. Umgekehrt wird die Riesen-Vogelspinne bei indigenen Völkern im nördlichen Amazonasgebiet als Nahrung geschätzt. Kocht man sie, soll ihr Geschmack durchaus delikat und ähnlich dem von Krabben oder Hummern sein.

Goliath-Vogelspinne: Wo lebt der haarige Riese?

Vor einer Begegnung muss sich hierzulande, in Europa und in den meisten Regionen der Welt niemand fürchten. Denn beheimatet ist die Goliath-Vogelspinne hauptsächlich in Südamerika, und zwar in den Hochland-Regenwaldregionen: Suriname, Guyana, Französisch-Guayana, Nordbrasilien und Südvenezuela.

Ist die Goliath-Vogelspinne für den Menschen giftig?

Was für die meisten Tiere gilt, gilt auch für die Riesen-Vogelspinne. Nur wenn sie sich in die Enge getrieben fühlt, neigt sie zu aggressivem Verhalten. Ihr Gift ist aber für Menschen nicht tödlich. Vor den Beißklauen sollten sich aber jeder Amazonas-Reisende in Acht nehmen. Die über zwei Zentimeter langen Eckzähne übertreffen diejenigen vieler Hunde.

Übrigens: Wenn man die behaarten Riesenspinnen in Frieden lässt und niemand versucht sie zu kochen, können sie erstaunlich lange leben. Weibchen erreichen ein stolzes Alter von durchschnittlich 15 bis 25 Jahren, was enorm ist für ein Krabbeltier. Zum Vergleich: Hunde und Katzen haben meist deutlich kürzere Lebenszeiten. 

Laotische Riesenkrabbenspinne: Die mit den Riesenbeinen

Die Laotische Riesenspinne, die den wissenschaftlichen Namen Heteropoda maxima trägt, ist die größte Art der auch in anderen Regionen verbreiteten Gattung der Riesenkrabbenspinne.

Die im Englischen auch als "Huntsman Spiders" oder vereinfacht "Huntsman" (zu Deutsch: "Jägerspinne" oder "Jäger") bezeichnete Riesenspinne gehört zu den Spinnen mit der größten Beinspannweite weltweit. Im Jahr 2001 wurde das erste Mal eine Laotische Riesenkrabbenspinne gefunden, deren Größe alle vorherigen Funde in den Schatten stellte. Das gefundene Exemplar wies eine Beinspannweite von 35 Zentimetern auf und trug ihm den Weltrekord - zumindest nach Beinspannweite - der größten Spinne der Welt ein. Ihr Körperumfang ist dagegen eher schmächtig und liegt mit ca. 4 cm Durchmesser deutlich unter dem der Goliath-Vogelspinne.

Die Laotische Riesenkrabbenspinne im Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Heteropoda maxima
  • Verbreitung: Die Laotische Riesenkrabbenspinne lebt in den Tropen und Subtropen von Laos in der Provinz Cammon.
  • Größe: Weibchen werden bis zu 46 Millimeter lang, Männchen etwa 30 Millimeter.
  • Nahrung: Hauptnahrungsquelle der Laotischen Riesenkrabbenspinne sind Insekten und andere Wirbellose.

Wo lebt die laotische Riesenkrabbenspinne?

Die Herkunft dieser Spinnenart hat mit ihrem Rufnamen zu tun. So kommt die Laotische Riesenkrabbenspinne entsprechend ihres Rufnamens im asiatischen Laos vor, wobei sich das bisher erforschte Verbreitungsgebiet nur auf die Provinz Khammuan (Cammon) erstreckt. Dass die laotische Riesenkrabbenspinne hautsächlich in Höhlen lebt, sollte nicht über ihre Seh-fertigkeiten hinwegtäuschen. Denn anders als bei anderen mehrbeinigen Höhlenbewohnern sind ihre Augen nicht eingeschränkt.

Was frisst die laotische Riesenkrabbenspinne?

Die Laotische Riesenkrabbenspinne lebt ganz nach ihrer englischen Bezeichnung und wie nahezu alle Spinnenarten räuberisch, d.h. sie muss, um sich zu ernähren, aktiv auf andere Tiere Jagd machen. Anders als hiesige Spinnen stellt sie dabei keine Fangnetze her, sondern erlegt die Beutetiere in der freien Wildbahn. Das wichtigste Jagd-Attribut des Tieres ist eine äußerst sensible Antenne für Vibrationen, mit dem sie ihre Beute aufspürt und mittels Giftklauen ein Gift injiziert. Anschließend saugt sie die Innereien der getöteten Beute aus, die meist aus Insekten oder anderen Wirbellosen besteht.