Nach einem wahlarmen Jahr 2020 mit der Abstimmung zur Hamburger Bürgerschaft und einigen Kommunalwahlen steht den Deutschen 2021 ein Superwahljahr ins Haus. Landesparlamente in sechs Bundesländern mit zusammen 25 Millionen Einwohnern werden gewählt. Höhepunkt ist die Bundestagswahl im September, die die Ära der Kanzlerschaft von Angela Merkel (CDU) beenden wird.

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Die 66-Jährige tritt nicht mehr an. Merkel wird dann vier Legislaturperioden und 16 Jahre lang an der Spitze der Bundesregierung gestanden haben. Das schaffte zuvor nur Helmut Kohl, in dessen Kabinetten sie als Frauen- und Umweltministerin diente.

Wer für die Union als Spitzenkandidat ins Rennen geht, ist noch nicht klar. Die CDU muss im neuen Jahr zunächst einen neuen Vorsitzenden küren und sich dann mit der CSU verständigen. CSU-Chef Markus Söder hätte Umfragen zufolge die besten Karten, er betont bislang aber eisern, sein Platz sei in Bayern. Unklar ist auch, wie viel von den aktuell guten Umfragewerten für die Union von 36 bis 37 Prozent Merkel und dem Corona-Management ihrer Regierung zuzurechnen sind.

Schwarz-grüne Koalition hätte eine ordentliche Mehrheit

Die SPD hat sich hingegen längst entschieden und Finanzminister Olaf Scholz auf den Kandidatenschild gehoben. Die mageren Umfragewerte von 15 Prozent oder leicht darüber haben sich aber seit Monaten kaum verändert. Um einiges besser stehen die Grünen da. Geraume Zeit wurde gar darüber debattiert, ob die Parteichefs Annalena Baerbock und Robert Habeck kanzlerabel wären.

Die Diskussion ist angesichts des erheblichen Umfragevorsprungs der Union vor den Grünen abgeebbt. Eine schwarz-grüne Koalition hätte eine ordentliche Mehrheit und scheint wahrscheinlicher als in früheren Jahren. Für ein Linksbündnis aus SPD, Grünen und Linkspartei fehlt derzeit die Mehrheit.

Die Abgeordneten debattieren im Bundestag. Höhepunkt des Superwahljahrs 2021 ist die Bundestagswahl im September, die die Ära der Kanzlerschaft von Angela Merkel (CDU) beenden wird.
Die Abgeordneten debattieren im Bundestag. Höhepunkt des Superwahljahrs 2021 ist die Bundestagswahl im September, die die Ära der Kanzlerschaft von Angela Merkel (CDU) beenden wird. | Bild: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Die AfD sehen die Umfrageinstitute etwa an der Grenze zur Zweistelligkeit und damit unter ihrem Wahlergebnis von 2016 (12,6 Prozent). Die FDP muss hingegen deutlich zulegen, um ihre 10,7 Prozent von damals zu erreichen.

Richtig los geht es mit den Landtagswahlen am 14. März in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Sie sind auch erste wichtige Stimmungstests für den Bund. In beiden Ländern müssen sich die Wahlkämpfer wegen der Corona-Pandemie auf einen Wahlkampf ohne große Massenveranstaltungen einstellen. Darunter leiden vor allem unbekanntere Kandidaten.

(dpa)