Man muss Putins Mobilmachung als Zeichen von Schwäche verstehen: Statt weniger Tage kämpft die russische Armee seit Monaten in einem Krieg, der Menschen und Material verschleißt. Die genauen Verluste gibt keiner preis, angeblich sollen 50.000 russische Soldaten gefallen sein. Putin braucht dringend Nachschub – daher die Mobilmachung.

Das tut er nur, weil er muss. Ohne Risiko ist das nicht für ihn: Wenn aus den Familien die jungen Männer geholt werden, lässt sich der Krieg, der offiziell noch immer nicht so genannt wird, vor der Bevölkerung nicht mehr verbergen. Nun könnte dem Kreml-Herrscher doch massiver Widerstand blühen.

Noch unberechenbarer?

Ein Grund zur Schadenfreude ist das dennoch nicht. Ein in die Enge getriebener Putin könnte noch gefährlicher, noch unberechenbarer werden. Dass er weiter raffiniert agiert, zeigen die Referenden, die in der Ost-Ukraine abgehalten werden sollen.

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Danach kann Putin jede ukrainische Militäraktion dort als Angriff auf russisches Gebiet reklamieren. Die nukleare Drohkulisse steht.