Die 3G-Regeln sind abgeschafft, im öffentlichen Leben wie am Arbeitsplatz. Doch die Bürgertests gibt es nach wie vor, auch PCR-Tests werden weiter angeboten. Aber wofür braucht man die Tests jetzt eigentlich noch? Wann ist ein Test sinnvoll, wann muss man sich testen lassen? Welche Konsequenzen hat ein positiver Test? Wir haben noch einmal die wichtigsten Fragen für Sie zusammengestellt.

Bin ich verpflichtet, mich regelmäßig auf Corona zu testen?

Nein, die Bürgertests sind freiwillig und kostenlos. Niemand muss sich testen lassen, wenn er das nicht will. Anders ist es, wenn ein positiver Selbsttest vorliegt.

Der Bürgertest bleibt weiterhin kostenlos – er kann auch als Bestätigung eines zuvor positiven Schnelltests dienen. Ein PCR-Test ...
Der Bürgertest bleibt weiterhin kostenlos – er kann auch als Bestätigung eines zuvor positiven Schnelltests dienen. Ein PCR-Test ist nicht notwendig, um eine Infektion zu bestätigen. | Bild: Peter Kneffel

Was tun, wenn ich einen positiven Selbsttest habe?

Wenn Ihr Selbsttest ein positives Ergebnis zeigt, sind Sie tatsächlich verpflichtet, einen Antigenschnelltest bei einem offiziellen Testzentrum oder einen PCR-Tests zur Bestätigung vornehmen zu lassen.

Zwei rote Linien auf dem Stäbchen: Dann ist ein Schnelltest oder Selbsttest positiv. Der Betroffene ist verpflichtet, das Ergebnis durch ...
Zwei rote Linien auf dem Stäbchen: Dann ist ein Schnelltest oder Selbsttest positiv. Der Betroffene ist verpflichtet, das Ergebnis durch einen zweiten Schnelltest bei einer offiziellen Teststelle oder durch einen PCR-Test prüfen zu lassen. | Bild: FEDERICO GAMBARINI

Muss ich das Ergebnis eines positiven Selbsttests dem Gesundheitsamt melden?

Nein. Aber da im nächsten Schritt die Pflicht zur Überprüfung besteht, werden durch die Teststellen die positiven Fälle ohnehin gemeldet. Auch die Labore übermitteln positive PCR-Tests direkt.

Muss ich direkt in Isolation, wenn mein Selbsttest zu Hause positiv war?

Nein. Erst, wenn das Ergebnis durch einen offiziellen Test bestätigt ist, besteht die Pflicht zur Isolation.

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Wo kann ich einen positiven Selbsttest oder Schnelltest prüfen lassen?

Wer zu Hause einen positiven Selbsttest hatte oder bei einer Bürgerteststelle einen positiven Schnelltest hatte, sollte sich zunächst an den Hausarzt wenden – in jedem Fall telefonisch, nicht persönlich. In der Regel wird dann ein Sondertermin für einen PCR-Abstrich vereinbart. Zur Prüfung ist aber auch ein zweiter Schnelltest möglich.

Auch Apotheken und Labore bieten teils selbst Probeentnahmen an. In jedem Fall sollten die Teststellen vorab informiert werden, dass ein Selbsttest bereits positiv ausgefallen ist.

PCR-Tests sind nach wie vor zeitintensiv: Zur Bestätigung eines positiven Schnelltests oder bei akuten Symptomen sind sie aber möglich.
PCR-Tests sind nach wie vor zeitintensiv: Zur Bestätigung eines positiven Schnelltests oder bei akuten Symptomen sind sie aber möglich. | Bild: Henning Kaiser

Wann habe ich Anspruch auf einen PCR-Test?

Wenn ein Selbsttest oder ein offizieller Schnelltest positiv ausgefallen ist, in jedem Fall. Wenn Symptome vorliegen, kann ein Arzt ebenfalls einen PCR-Test anordnen. Bei den Teststellen muss in der Regel aber ein positiver Schnelltest vorliegen, damit Betroffene einen kostenlosen PCR-Test vornehmen lassen können. Corona-Symptome allein – ohne einen positiven Selbst- oder Schnelltest – können dagegen nicht mehr dafür ausreichen, dass ein Arzt einen PCR-Test vornimmt, mehr dazu hier.

Testen am Arbeitsplatz ist keine Pflicht: Die 3G-Zugangsregeln am Arbeitsplatz gelten nicht mehr, freiwilliges Testen kann aber weiter ...
Testen am Arbeitsplatz ist keine Pflicht: Die 3G-Zugangsregeln am Arbeitsplatz gelten nicht mehr, freiwilliges Testen kann aber weiter angeboten werden. | Bild: MATTHIAS BALK

Muss ich einen PCR-Test als Nachweis für eine Corona-Infektion beim Arbeitgeber vorlegen?

Nein, Sie sind nicht verpflichtet, dem Arbeitgeber einen PCR-Nachweis vorzulegen über Ihre Infektion. Eine Krankschreibung des Hausarztes reicht aus. Diese ist nicht krankheitsspezifisch, der Arbeitgeber erfährt also nicht, weshalb Sie krank sind.

Muss ich meinem Arbeitgeber sagen, dass ich positiv getestet wurde?

Eine Pflicht gibt es tatsächlich nicht. Anzuraten ist es aber allemal, damit etwaige Kontakte bei der Arbeit informiert werden können. Zudem besteht die Pflicht zur Isolation nach Bestätigung des Ergebnisses – zur Arbeit gehen dürfen Sie nach einem positiven Ergebnis so oder so nicht.

Bezahlt der Arbeitgeber das Gehalt weiter, wenn ich als Geimpfter oder Ungeimpfter an Corona erkrankt bin?

Ja. Die Lohnfortzahlung für tatsächlich Erkrankte ist unabhängig vom Impfstatus. Grundsätzlich gilt für eine Corona-Infektion mit Krankschreibung aber das Gleiche wie für andere Erkrankungen: Der Arbeitgeber zahlt erst einmal weiter, so lange die Krankheit nicht länger andauert als sechs Wochen. Danach greift das Krankengeld über die Krankenkassen.

Was gilt, wenn ich als Ungeimpfter zwar nicht mit Corona infiziert bin, aber als Kontaktperson in Quarantäne muss?

Seit 1. November besteht in diesem Fall kein Anspruch auf Lohnfortzahlung. Ungeimpfte gehen also das Risiko eines Lohnausfalls ein. Anders verhält es sich nur, wenn man trotz Quarantäne von zu Hause aus arbeiten kann. In welchen Fällen man überhaupt noch in Kontaktquarantäne muss, können Sie hier nachlesen.

Wie und wann kann ich mich freitesten nach der Isolation?

Nach frühestens sieben Tagen, wenn man zwei Tage lang keine Symptome hatte, dürfen sich Infizierte bei einer offiziellen Bürgerteststelle mittels Schnelltest freitesten. Ein Selbsttest zu Hause reicht nicht aus, ist aber eine sinnvolle Maßnahme, bevor man die Isolation verlässt, um andere nicht anzustecken.

Apotheken stellen Genesenenzertifikate aus. Auch Arztpraxen können die Zertifikate ausstellen.
Apotheken stellen Genesenenzertifikate aus. Auch Arztpraxen können die Zertifikate ausstellen. | Bild: Marcus Brandt

Was brauche ich, um den Genesenenstatus zu bekommen?

Für das Genesenenzertifikat muss der Test zum Nachweis der vorherigen Infektion mindestens 28 Tage und höchstens 90 Tage zurückliegen. Mit Personalausweis und einem schriftlichen PCR-Ergebnis können Genesene dann in ausgewiesenen Apotheken ihr Zertifikat abholen. Auch Arztpraxen können die Zertifikate ausstellen. Die Gültigkeit beläuft sich auf drei Monate.