Liebe Hausärztinnen, liebe Hausärzte,

begreift man unsere Impfkampagne als Mondmission, waren wir bisher ja eher so im Silvesterraketen-Modus unterwegs. Die fliegen auch ein bisschen in die Höhe, so richtig weit kommt man damit aber halt nicht. Doch seit dieser Woche ist alles anders. Der Turbo ist gezündet, Geschwindigkeit verdoppelt, Sojus-Raketen-Niveau, unendliche Impfweiten scheinen erreichbar.

Die Hausärzte haben diese Woche für einen Impfschub gesorgt. Mehr als 15.000 von ihnen gibt es in Baden-Württemberg. Selbst wenn jeder nur eine Handvoll Dosen verimpft – und viel mehr gibt es pro Praxis wegen niedriger Liefermengen weiterhin nicht – kommt hier schnell eine stattliche Anzahl zusammen. Die Patienten freut‘s.
Die Hausärzte haben diese Woche für einen Impfschub gesorgt. Mehr als 15.000 von ihnen gibt es in Baden-Württemberg. Selbst wenn jeder nur eine Handvoll Dosen verimpft – und viel mehr gibt es pro Praxis wegen niedriger Liefermengen weiterhin nicht – kommt hier schnell eine stattliche Anzahl zusammen. Die Patienten freut‘s. | Bild: Christoph Schmidt/dpa

Und wessen Verdienst ist es? Ja, Eurer! Kaum schickt man die Impfdosen an die niedergelassenen Ärzte, die seit Jahrzehnten vor sich hin immunisieren, schon läuft‘s. Gut, es gibt nun auch einfach mehr Impfstoff, aber er kommt auch effektiv und zielgenau an, beziehungsweise in die Menschen.

Auch Impfzentren haben ihre Berechtigung

Nun geht es nicht darum, die Impfzentren runterzumachen. Auch in ihnen wurde sehr viel wertvolle Arbeit geleistet, sehr viele Menschen verließen die umgeräumten Sport- und Messehallen glücklich und dachten sich: Zumindest hier funktioniert die Impfkampagne.

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Doch endgültig zum Erfolg werdet nur Ihr die Mission führen können. Ob vereiterten Mandeln oder Steißbeinfisteln (besser nicht googeln!), an Euch geht ohnehin nichts vorbei. Und besonders der Landarzt, oft selbst eigentlich schon im Alter für den verdienten Ruhestand, ist längst auch noch Seelsorger für manchen vereinsamten Patienten geworden. Antibiotika und Aufmuntern als Medizin. Nun halt auch noch Corona besiegen – kriegt Ihr hin.

Natürlich haben großen Anteil am Raketenstart auch die Helferinnen und Mitarbeiter in den Praxen. Sie halten den Laden am Laufen, vereinbaren die Termine mit den glücklichen Impflingen. Ein Service, der jeden Menschen erreicht – und nicht nur diejenigen mit Internet-Experten als Enkeln.

Keine Impfung zwischen Schinkenwurst und Spaghetti

In Amerika impfen sie ja sogar im Supermarkt – hört man derzeit immer wieder. Soll heißen: Die machen alles besser als wir. Ich weiß nicht. Ich mag Lebensmittelläden, aber ob ich mir bei Edeka, Lidl oder Rewe zwischen Wursttheke und Nudelregal einen Schuss setzen lassen würde – naja, kann mir Besseres vorstellen. Da ist es mir doch lieber, dass Ihr Experten in Eurer Praxis übernehmt.

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Ich denke, es ist auch für Euch ein gutes Gefühl: Jede Dosis, die Ihr verspritzt, ist eine Ladung Hoffnung. Ein Schritt in Richtung Freiheit. Ein glücklicher Patient. Macht wahrscheinlich auch mehr Spaß, als eine Darmspiegelung zu verordnen.

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass wir auch weiterhin genug Impftreibstoff für unsere Immunisierungsrakete haben. Dann werdet Ihr uns schon auf Kurs halten, da bin ich mir ganz sicher.