1. Was braucht man für den digitalen Impfnachweis?

Auf dem digitalen Nachweis ist neben der Corona-Impfung auch der verimpfte Stoff dokumentiert. Um den Nachweis auf dem eigenen Smartphone abzuspeichern, braucht man ein ausgedrucktes Dokument mit einem QR-Code oder Barcode. Dieses lässt sich dann mit der Corona WarnApp oder der App CovPass (siehe Frage 5) mit der Kamerafunktion einscannen, wodurch der eigenen digitale Impfnachweis erstellt und lokal auf dem eigenen Telefon abgespeichert wird.

So oder so ähnlich sieht ein QR-Code aus, der die verschlüsselten Daten des persönlichen Impfstatuts enthält. Diesen scannt man mittels der Kamera seines Smartphones ein, wodurch wiederum der eigene digitale Impfnachweis auf dem Handy erstellt und gespeichert wird.
So oder so ähnlich sieht ein QR-Code aus, der die verschlüsselten Daten des persönlichen Impfstatuts enthält. Diesen scannt man mittels der Kamera seines Smartphones ein, wodurch wiederum der eigene digitale Impfnachweis auf dem Handy erstellt und gespeichert wird. | Bild: AFP

Dieser ist dann immer bei Bedarf schnell vorzeigbar, etwa in Restaurants oder in Kultureinrichtungen für die Befreiung einer eventuellen Testpflicht oder von Quarantänevorgaben.

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2. Wo bekomme ich den ausgedruckten Nachweis mit dem QR-Code?

Grundsätzlich soll die Ausstellung dort erfolgen, wo Menschen geimpft werden – also in einem Impfzentrum oder in einer Arztpraxis. Er soll nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) dort generiert werden, so dass Geimpfte ihn in den entsprechenden Apps einfügen können. Das geht aber nicht sofort, erklärte Gesundheitsminister Jens Spahn auf einer Pressekonferenz am Donnerstag: „nicht alle sind heute oder morgen schon angeschlossen.“

Ein Screenshot der neuen CovPass-App auf einem iPhone. In der Anwendung des Bundes, die federführend vom Softwarehersteller IBM entwickelt wurde, kann ein digitaler Impfnachweis hinterlegt werden. Die App soll in den kommenden Tagen in Google Play Store, Apples App Store und in der AppGallery bereit stehen.
Ein Screenshot der neuen CovPass-App auf einem iPhone. In der Anwendung des Bundes, die federführend vom Softwarehersteller IBM entwickelt wurde, kann ein digitaler Impfnachweis hinterlegt werden. Die App soll in den kommenden Tagen in Google Play Store, Apples App Store und in der AppGallery bereit stehen. | Bild: Christoph Dernbach, dpa

3. Ich bin bereits vollständig geimpft, muss ich für den QR-Code erneut zu dem Arzt oder zum Impfzentrum, wo ich geimpft wurde?

Nein. Bereits Geimpfte, die in einem Impfzentrum geimpft wurden, sollen laut Gesundheitsminister Jens Spahn durch die Bundesländer per Post ihren QR-Code zugeschickt bekommen. Das ist möglich, da jeder, der einen Termin bei einem Impfzentrum gebucht hatte, seine Adresse hinterließ, erklärt Markus Jox, Sprecher des Landessozialministeriums in Stuttgart. Wer jedoch kein solches Schreiben bekommen sollte, aus welchen Gründen auch immer, kann sich den Nachweis selbst nachträglich holen – so etwa bei Ärzten oder vom 14. Juni an auch in teilnehmenden Apotheken.

4. Wie finde ich eine ausstellende Apotheke?

Nicht alle, aber viele Apotheken sollen ab kommenden Montag, 14. Juni, Impfnachweise ausstellen. Welche es am eigenen Wohnort ist, zeigt dann das Online-Portal mein-apothekenmanager.de. Bis dahin lassen sich über das Portal nur Schnelltest-Apotheken finden. Der Deutsche Apothekerverband rechnet damit, dass am Montag zunächst eine begrenzte Anzahl an Apotheken dabei ist. Ein Blick auf das Portal erspart im Zweifel eine vergebliche Tour zur nächsten Apotheke. Wer sich die Impfung erst nachträglich nachweisen lässt, braucht Impfbescheinigung oder Impfpass und einen amtlichen Lichtbildausweis.

5. Welche App brauche ich für die Erstellung des digitalen Impfpass und wie bekomme ich diese?

Für die Erstellung des eigenen Impfnachweises kommen zwei Apps in Frage. Zum einen die bereits im Juni 2020 eingeführte „Corona WarnApp“, die Nutzer frühzeitig warnen soll, wenn man mit Corona-Infizierten in Kontakt stand. Neben der Eintragung des eigenen Corona-Test-Ergebnisses soll dort nun auch der digitale Impfnachweis eingetragen werden können. Für diejenigen, die das Betriebssystem Android nutzen (Handys unter anderem der Hersteller Samsung, OnePlus, Google, HTC, Sony, Xiamoi) gibt es die Corona WarnApp im Google „Play Store“ zum Herunterladen. Der Google Play Store ist bereits auf jedem Gerät vorinstalliert. Für iPhone-Nutzer gibt es die App im „App Store“. Für Nutzer von Huawei-Handys gibt es die App in der „AppGallery“.

Für Nutzer von Adnroid-Handys (Samsung, OnePlus, Sony, Google) soll in den kommenden Tagen die CovPass App im Google Play Store zum herunterladen bereit gestellt werden.
Für Nutzer von Adnroid-Handys (Samsung, OnePlus, Sony, Google) soll in den kommenden Tagen die CovPass App im Google Play Store zum herunterladen bereit gestellt werden. | Bild: Robert Günther, dpa

Wer die Corona-WarnApp nicht hat, kann sich aber auch die neue „CovPass“ App herunterladen. Diese soll im Laufe der nächsten Tage in allen drei genannten AppStores bereit stehen. Beide Apps laufen auf allen aktuellen Android- und Apple-Smartphones (Betriebssysteme ab iOS 12 oder Android 6). Ziel ist es laut Spahn, dass bis Ende Juni die Anwendung „CovPass“ für alle Interessenten zu Verfügung stehe.

Das Logo des Apple App Store auf dem Bildschirm eines iPhones. Dort soll in den kommenden Tagen die CovPass App für die Erstellung des digitalen Corona-Impfnachweises bereitstehen.
Das Logo des Apple App Store auf dem Bildschirm eines iPhones. Dort soll in den kommenden Tagen die CovPass App für die Erstellung des digitalen Corona-Impfnachweises bereitstehen. | Bild: Silas Stein, dpa

6. Kommen beim digitalen Impfnachweis Kosten auf mich zu?

„Das ist vom Ministerium als kostenfreie Leistung aufgesetzt“, sagt ein Sprecher des Deutschen Apothekerverbands. Das gilt für die Geimpften. Ganz kostenlos ist das System aber nicht: Die Apotheken rechnen den Nachweis mit dem öffentlichen Gesundheitssystem ab und sollen bis zu 18 Euro bekommen.

Jens Spahn präsentiert die neue CovPass App, in der künftig der persönlich digitale Corona-Impfnachweis abgespeichert werden kann.
Jens Spahn präsentiert die neue CovPass App, in der künftig der persönlich digitale Corona-Impfnachweis abgespeichert werden kann. | Bild: Michele Tantussi, AFP

7. Kann man mehrere Nachweise in einer App speichern?

Nach BMG-Angaben können auch digitale Impfnachweise von Partnern sowie Kindern gespeichert werden. Künftig sollen auch Genesenen-Nachweise in den Apps gespeichert werden können, um dadurch eine überstandene Infektion nachzuweisen. Die Zertifikate lassen sich laut der Dokumentation beliebig oft vom Blatt in die App scannen. Man kann sie also auch auf mehreren Telefonen nutzen. Das ist auch praktisch, wenn man mal ein Telefon verliert oder ein neues erhält.

8. Wird der digitale Nachweis Pflicht?

Nein. Der gelbe Impfausweis und die Bescheinigungen von Impfzentrum oder Impfarzt sind weiter gültig. Wer keinen digitalen Nachweis hat oder ihn nicht haben will, kann weiterhin das gelbe Heft nutzen. Laut BMG handelt es sich um „ein freiwilliges und ergänzendes Angebot“.

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9. Welche Daten werden in dem digitalen Impfnachweis gespeichert?

Das Impfzertifikat enthält laut BMG Informationen zu Impfstatus, Impfdatum, Impfstoff, den Namen und das Geburtsdatum. Die erhobenen Daten werden nur für die Erstellung des Zertifikats gespeichert und anschließend gelöscht. Nach dem Einlesen in die App sind sie nur dort gespeichert. Eine zentrale Speicherung ist nicht vorgesehen. Wie schon beim gelben Impfheft gilt zugleich: Fotos vom digitalen Impfzertifikat in den sozialen Medien wie Facebook oder Instagram zu verbreiten ist eine schlechte Idee.

10. Funktioniert der digitale Impfnachweis bereits im EU-Ausland?

Das EU-Parlament hat grünes Licht für ein europaweit gültiges Impfzertifikat gegeben. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministerium erfüllt der digitale Impfnachweis die Anforderungen der europäischen Lösung „von vornherein“. Gesundheitsminister Spahn erklärte am Donnerstag: Ziel sei, dass das Zertifikat europaweit ausgelesen werden kann. Das liege aber in der Hand der einzelnen Länder, die für die technische Umsetzung verantwortlich seien.