Die Bundesregierung hat das neue Wohngeld auf den Weg gebracht, mit dem den stark gestiegenen Energiekosten Rechnung getragen werden soll. Das Kabinett billigte am Mittwoch den Gesetzentwurf von Bundesbaumministerin Klara Geywitz (SPD), mit dem sich die Zahl der anspruchsberechtigten Haushalte zum Beginn des kommenden Jahres von rund 600.000 auf zwei Millionen erhöhen soll. Die Beträge, die die Bezieher erhalten, sollen sich im Durchschnitt mehr als verdoppeln. Der derzeitige Durchschnittsbeitrag steigt damit von 180 Euro pro Monat auf 370 Euro.

Heizkostenpauschale soll Mehrbelastungen abfedern

Mit der Reform sollen die Belastungen abgefedert werden, die vor allem einkommensschwachen Haushalten wegen der hohen Energiekosten entstehen. Neu ist auch die Heizkostenpauschale: Sie soll die Mehrbelastungen der seit 2020 erreichten Preisverdoppelung bei Heizenergie abfedern. Im Durchschnitt soll die Pauschale das Wohngeld um 1,20 Euro je Quadratmeter erhöhen. Damit werden erstmals die warmen Nebenkosten im Wohngeld bezuschusst.

Regelung gilt ab dem 1. Januar 2023

Die Regelung soll zum 1. Januar 2023 in Kraft treten. Die Reichweite des Wohngeldes werde durch eine Anhebung des allgemeinen Leistungsniveaus in Kombination mit den übrigen Reformelementen erhöht, heißt es in dem Gesetzentwurf. In der Folge könnten zahlreiche Haushalte Wohngeld beziehen, die bislang nicht berechtigt waren. Zudem sind eine vorläufige Zahlung zur Beschleunigung der Auszahlung und Verwaltungserleichterungen vorgesehen.

Geywitz räumt inzwischen ein, dass es wegen der Vielzahl neuer Anspruchsberechtigter zu Wartezeiten kommen könnte. Sie sagte dem Portal t-online: „Es wäre eine Illusion zu sagen: Wir haben 1,5 Millionen Antragsteller oder sogar noch viel mehr – und das macht gar kein Problem.“

(AFP)