Was für ein Coup. Während sich die Union im Streit um die Kanzlerkandidatur selbst zerfleischt, präsentieren die Grünen ihre Spitzenkandidatin in demonstrativer Geräuschlosigkeit. Annalena Baerbock soll es machen – der Co-Vorsitzende Robert Habeck lässt ihr elegant den Vortritt. Ihr fehlt zwar jegliche Regierungserfahrung, aber nach Lage der Dinge bleibt sie im Pandemie-Wahlkampf 2021 die bessere Wahl als Habeck.

Annalena Baerbock soll ihre Partei als Kanzlerkandidatin in die Bundestagswahl führen.
Annalena Baerbock soll ihre Partei als Kanzlerkandidatin in die Bundestagswahl führen. | Bild: Kay Nietfeld

Habeck wirkte oft abgehoben

Gerade in Krisenzeiten bevorzugen die Wähler Politiker, die klare Vorstellungen haben, ihre Ziele im Auge behalten und beherzt handeln. Der Grünen-Chefin ist es in den vergangenen Monaten gelungen, dieses Image zu vermitteln. Habeck, von Haus aus Philosoph, hingegen wirkte oft unkonzentriert, schlecht vorbereitet und abgehoben.

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In ruhigeren Zeiten hätten die Wählerschaften diese Schwächen vielleicht verziehen, nicht aber in einem Jahr wie diesem. Seine Partei hat daraus die richtigen Schlüsse gezogen. Vor allem aber: Der Unterlegene sieht es selbst ein. Das unterscheidet die Grünen derzeit von der Union. CDU und CSU werden die Folgen zu spüren bekommen, einerlei wer dort das Rennen macht.