Noch mehr als der Anschlag in Großbritannien verstören dessen außenpolitischen Folgen: Zwischen Großbritannien und Russland bahnt sich eine schwere diplomatische Krise an, kommentiert Katrin Pribyl.

Der Fall klingt wie ein Krimi à la John le Carré: Auf britischem Boden werden ein ehemaliger russischer Doppelagent und seine Tochter Opfer eines Nervengas-Anschlags. Die Bevölkerung wird durch den Einsatz einer chemischen Waffe einem immensen Risiko ausgesetzt. Noch mehr als der Anschlag verstören dessen außenpolitischen Folgen: Die britische Regierung nimmt an, dass Russland hinter dem Attentat steckt. Zwischen Großbritannien und Russland bahnt sich eine schwere diplomatische Krise an.

Dabei ist das Verhältnis beider Länder ohnehin seit langem angespannt. Nun nähern sich die Beziehungen einem Tiefpunkt, denn statt Aufklärung und versöhnlicher Töne kommen aus Moskau weitere Provokationen und Spott. Erforderlich wäre eine gemeinsame Antwort aus dem Westen. Doch wenn es um den Energielieferanten Russland geht, verfolgt jedes europäische Land seine eigenen Interessen. Eine einhellige Reaktion bleibt unwahrscheinlich – leider.