Die herzliche Atmosphäre zwischen Kim Jong Un und Moon Jae In hat sämtliche Erwartungen übertroffen. Zum ersten Mal hat ein nordkoreanischer Machthaber südkoreanischen Boden betreten. Der Grenzort Panmunjom ist nicht mehr länger ein Symbol der Trennung, sondern des Friedens.

Natürlich ist weiter Skepsis geboten. Schon bei den innerkoreanischen Gipfeln 2000 und 2007 vereinbarten die verfeindeten Staaten einen Friedensprozess, der rasch beendet war. Dieses Mal könnte es anders laufen. Denn anders als sein Vater kann der junge Kim aus einer Position der Stärke verhandeln. Er muss nicht ständig fürchten, von einem CIA-Agenten erschossen zu werden.

Der Preis für die USA wäre zu hoch. Donald Trump ist gut beraten, beim Treffen Ende Mai eine Lösung zu finden, die es Nordkorea ermöglicht, in die Weltgemeinschaft zurückzukehren. Moon hat vorgemacht, wie das geht.