Es gibt noch ermutigende Signale in Europa. In Paris regiert ein überzeugter Europäer, der entscheidende Schrittmacher für die Gemeinschaft heißt inzwischen Emmanuel Macron. Ohne ihn, das zeigt seine leidenschaftliche Rede vor dem Parlament in Straßburg, könnte die EU einpacken.

Das bedeutet nicht, dass der deutsche Partner zu allem, was aus Paris kommt, Ja und Amen sagen müsste. Mit vielen Forderungen liegt Macron richtig – von der Asylpolitik bis zu seinem Appell für Demokratie und Meinungsfreiheit. Vorsicht bleibt geboten, wo es um das liebe Geld geht. Macrons Reformvorschläge für die Eurozone laufen darauf hinaus, dass Deutschland am Ende für die Schulden anderer einsteht.

Das widerspricht dem Grundgedanken der Währungsunion und nimmt von den Nehmerländern den Druck, seriös zu wirtschaften. Merkel, durch den mühsamen Start ihrer großen Koalition gebremst, hat Macron lange im Unklaren gelassen. Jetzt muss sie klarstellen, wo Deutschlands Schmerzgrenze liegt.