Schon wieder die AfD. Erst beleidigt ein Abgeordneter in Baden-Württemberg die Landtagspräsidentin und spricht ihr das Recht ab, sich wegen ihrer türkischen Herkunft zur deutschen Vergangenheit zu äußern. Jetzt legt ein junger Parteifreund nach und beschimpft Hitler-Attentäter Graf Stauffenberg als Verräter. In beiden Fällen geht die Obrigkeit eilig auf Distanz. Nur: Es hilft wenig. Es wird nicht lange dauern, bis der nächste Frosch aus dem braunen Sumpf hervorquakt.

Die fortwährende Radikalisierung liegt in der Eigendynamik dieser Partei. Die AfD hat als Sammelbecken von Euroskeptikern begonnen. Es folgte die Angst vor Migranten, Islam und allem Fremden. Inzwischen melden sich am rechten Flügel immer offener die Nazi-Verharmloser und Geschichtsumdeuter zu Wort. Entgegen aller Verlautbarungen lässt die Parteispitze sie hinter den Kulissen gewähren, weil sie die Unverbesserlichen in ihrer Wählerschaft nicht verprellen will. Glaubwürdigkeit sieht anders aus.