Bei seiner Festnahme im Irak stand Ali B. kurz davor, sich in ein Nachbarland – vermutlich Afghanistan – abzusetzen. Das berichtet Deutschlands oberster Bundespolizist Dieter Romann. Muss man sich wundern, dass der hohe Beamte zur Gruppe gehörte, die den Tatverdächtigen in Empfang nahm und nach Deutschland brachte? Nein. Denn Romann scheint Teil einer Inszenierung zu sein, die – von höherer Stelle angeordnet – Handlungsfähigkeit demonstrieren soll: Vergewaltiger und Mörder unter Asylbewerbern trifft der lange Arm des deutschen Gesetzes, so die Botschaft.

Zwar ist es erfreulich, dass Ali B. mit Hilfe der befreundeten kurdischen Autonomieregierung im Nordirak schnell gefasst werden konnte. Doch die eigentliche Frage ist: Wann werden straffällig gewordene abgelehnte Asylbewerber endlich des Landes verwiesen? Bundespolizist Romann muss darauf keine Antwort haben, die verantwortlichen Politiker in Berlin schon. Das ist die bittere Lehre aus dem Fall Ali B.