Der 46-Jährige Weber erhielt bei einem Parteitag in Helsinki am Donnerstag gut 79 Prozent der abgegebenen Stimmen. Webers Konkurrent, der finnische Ex-Regierungschef Alexander Stubb, kam demnach auf gut 20 Prozent.

Weber bekam von 619 gültigen abgegebenen Stimmen 492, wie die Parteiführung mitteilte. Stubb konnte 127 Delegierte hinter sich vereinen. „Was für ein besonderer Tag, was für ein großartiger Tag“, sagte Weber in seiner Dankesrede. Dies sei aber „nicht der Erfolg einer einzigen Person“, sondern der EVP insgesamt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach sich kurz vor Ende der Wahl nochmals klar für Weber aus. „Lieber Alex, danke für deinen Wahlkampf, aber mein Herz schlägt für Manfred Weber“, sagte sie.

Der 46-jährige Weber ist seit 14 Jahren im EU-Parlament, seit 2014 führt er die EVP-Fraktion. In seiner Bewerbungsrede sprach er sich für einen Abbruch der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei aus, forderte in der Migrationsfrage „strikte Grenzkontrollen“, verteidigte das „christliche Erbe“ Europas und bot sich zwischen gegensätzlichen Lagern in der EU als „Brückenbauer“ an.

Der 50-jährige Stubb, der anders als Weber in seiner Heimat auch viele Jahre Regierungserfahrung als Minister hat, hatte sich von Anfang an als „Außenseiter“ gesehen. Er verglich das Duell am Donnerstag erneut mit einem „Fußballspiel zwischen Finnland und Deutschland“.

(AFP)