1. Asterix und Obelix hatten doch nicht Recht: Die Briten – sie spinnen gar nicht, oder, sagen wir, fast nicht. Jedenfalls, wenn man mal von ihrem verrückten Häuptling Boris „Sebigbos“ Johnson absieht. Den könnte wohl allenfalls noch ein Bad im Zaubertrank retten, aber lassen wir das... Die britischen Abgeordneten jedenfalls haben in dieser Woche bewiesen, dass ihr Land nicht umsonst als Mutterland der Demokratie gilt. Nicht nur wurde im britischen Unterhaus debattiert, was das Zeug hält. Bevor Johnson die Abgeordneten kommende Woche in den Zwangsurlaub schickt, zeigten die Abgeordneten dem Premier mal, wo der Hammer hängt. Der Irrsinn eines No-Deal-Brexit ist dadurch unwahrscheinlicher geworden. Darauf eine Tasse Tee – mit einem Tropfen Milch, versteht sich. (rom)
    Boris „Sebigbos“ Johnson in Aktion im britischen Unterhaus. Bild: dpa
    Boris „Sebigbos“ Johnson in Aktion im britischen Unterhaus. Bild: dpa | Bild: Jessica Taylor, dpa
  2. Angela Merkel hat es die Sprache verschlagen. Am vergangenen Sonntag haben Sachsen und Brandenburg gewählt. Jeder Vierte hat die AfD gewählt, CDU und SPD mussten erneut schwere Verluste hinnehmen. Was ist los im Osten? Bleiben die Bundesländer dort auf Dauer regierbar? Stimmten die Wähler wegen oder trotz der Rechtsextremisten in der Führung für die AfD? Alle hatten dazu etwas zu sagen, Politiker, Talkshow-Moderatoren, Leitartikler und natürlich das Heer der Freizeit-Kommentatoren im Netz. Aber ist es Ihnen auch aufgefallen? Eine schwieg eisern: Angela Merkel. Kein Wort zur CDU, keine Silbe zu den Rechten. Offenbar hat die Kanzlerin das Abtauchen als neue Überlebensstrategie entdeckt. Gestern verabschiedete sie sich übrigens nach China. Peking statt Potsdam. (dil)
    An der Raute zu erkennen: Angela Merkel, Bundeskanzlerin und schweigsam
    An der Raute zu erkennen: Angela Merkel, Bundeskanzlerin und schweigsam | Bild: Michael Kappeler, dpa
  3. Deutschlands drittgrößter Automobilzulieferer hat ein Problem weniger. Mitte der Woche wurde bekannt, eine Verbraucherschutzklage in den USA gegen den VW-Konzern, in die auch die Friedrichshafener involviert waren, für ZF wohl glimpflich ausgehen wird. Stand jetzt, bezahlt Volkswagen wegen falscher Verbrauchsangaben in einem Vergleich knapp 100 Millionen Dollar an US-Autobesitzer. ZF wurde von den Klägern vorgeworfen, an dem Schmu beteiligt gewesen zu sein. Bei dem jetzt erzielten millionenschweren Vergleich sind die Friedrichshafener, genau wie Bosch und Conti, aber außen vor. Glück gehabt, könnte man sagen. Experten vermuten aber, dass sich VW das Geld von seinen Zulieferern wieder zurückholen wird – durch geheime Absprachen hinter verschlossenen Türen. (wro)
    Getriebe sollen im Mittelpunkt von Abgas-Tricks in den USA gestanden haben.
    Getriebe sollen im Mittelpunkt von Abgas-Tricks in den USA gestanden haben. | Bild: Boris Roessler, dpa
  4. Alternative Fakten gibt es wirklich. Zumindest für Donald Trump. Wieder einmal hat sich der US-Präsident weit aus dem Fenster gelehnt – diesmal als Hobby-Meteorologe. Da der Hurrikan "Dorian" derzeit auf die Ostküste der USA zurauscht, warnte Wetterfrosch Trump die Bewohner des Bundesstaats Alabama höchstpersönlich vor der Gefahr. Der Haken: Die offiziellen Grafiken des Nationalen Hurrikan-Zentrums prognostizierten zu keinem Zeitpunkt bedeutende Auswirkungen des Sturms auf Alabama – was die Twitter-Gemeinde hohnlachend aufgriff. Der Präsident ließ das nicht auf sich sitzen und zeigte Karten, auf denen Dorians Laufbahn mit dickem Filzstift nachträglich korrigiert wurde, so dass Alabama nun doch knapp berührt wird. Offen bleibt, ob Trump höchstselbst gemalt hat. (dil)
    Donald Trump präsentiert im Weißen Haus die verflixte Hurrikan-Grafik.
    Donald Trump präsentiert im Weißen Haus die verflixte Hurrikan-Grafik. | Bild: Evan Vucci, dpa
  5. Zwei kleine Pandababys bringen den Zoo Berlin in die Bredouille. Es war die Tier-Nachricht der Woche. Die Berliner Panda-Dame Men Meng bekommt Nachwuchs und dann gleich Zwillinge. Die Sensation war perfekt und wie es aktuell aussieht, geht es den beiden bestens. Nach Auskunft des Zoos haben sie einen „Bärenhunger“. Doch kaum auf der Welt, werden die beiden schon zum Politikum. Joshua Wong, Vertreter der Hongkonger Demokratie-Bewegung gegen die Einflussnahme Chinas, hat den Berliner Zoo aufgefordert, die beiden Pandababys „Demokratie“ und „Freiheit“ zu nennen. Eine heikle Bitte für die Berliner, denn die Zwillinge gehören China. Und das Land hat Panda-Mama Meng Meng und Panda-Papa Jiao Qing als positives Zeichen der Diplomatie nach Deutschland verliehen. (dba)
    So klein und schon im Gespräch: Die beiden Panda-Zwillinge des Berliner Zoos.
    So klein und schon im Gespräch: Die beiden Panda-Zwillinge des Berliner Zoos. | Bild: AFP
  6. Königin müsste man sein. Gut, ist jetzt erst einmal keine besonders neue Erkenntnis, dass das ein entspannterer Job ist, als Minenarbeiter oder Brunnenputzer zu sein. Aber bei Königin Silvias Besuch in Konstanz und auf der Insel Mainau hat es sich ganz besonders eindrucksvoll gezeigt. Ihre Majestät wurde von Besuchern mit Blumen, Brezeln, Bildern beschenkt. Und was musste sie dafür tun? Naja, nett lächeln und winken. Nach so viel Mühen stand abends erst einmal ein Galadiner an. Aber nur kein Neid. Denn als Königin macht sich Silvia zwar nicht die Hände schmutzig, aber, auch das hat man auf der Mainau gesehen, sie macht die Menschen glücklich. Sie freuen sich, sie zu sehen, Silvia sorgt für einen Moment heile Welt. Und das schadet in unseren Zeiten wirklich nicht. (dod)
    Königin Silvia von Schweden und Bettina Gräfin Bernadotte auf der Mainau.
    Königin Silvia von Schweden und Bettina Gräfin Bernadotte auf der Mainau. | Bild: Sebastian Gollnow, dpa