Es ist ja schön, wenn ein Ministerpräsident die Polizei in Schutz nimmt. Als oberster Dienstherr hat er eine Fürsorgepflicht für seine Beamten, die jahrein, jahraus ihre Knochen für andere hinhalten müssen. Das rechtfertigt aber keinesfalls, was am Rande eines Pegida-Aufmarschs in Dresden passiert ist. Polizisten behindern Journalisten bei ihrer Arbeit, weil ein Pöbler nicht gefilmt werden will – der einer von ihnen ist. Tagsüber bezieht der Mann sein Geld vom Staat, nach Feierabend wütet er gegen Pressefreiheit, die Kanzlerin und den Geist des Grundgesetzes.

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Der Fall wirft ein bedenkliches Licht auf den Zustand deutscher Sicherheitsbehörden – und deren politische Führung. Warum stellt sich die sächsische Polizei vor einen rechten Polit-Krawallo statt vor die Presse? Warum verteilt Ministerpräsident Kretschmer Persilscheine, statt eine unabhängige Untersuchung in die Wege zu leiten? Hier haben sich Missstände aufgestaut, die nicht geduldet werden können. Höchste Zeit, dass sie zum Vorschein kommen.