Die nationale Presse hat die Türkei schon weitgehend mundtot gemacht. Jetzt versucht sie dasselbe mit den Korrespondenten internationaler Medien.

Das Vorgehen ist beispiellos und zeugt von der systematischen Zerstörung der freiheitlichen Demokratie: einen Kurs, den Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan längst eingeschlagen und nahezu unumkehrbar gemacht hat, seit er sich praktisch zum alleinigen Staats- und Regierungschef des Landes gemacht hat.

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Dass das Auswärtige Amt nun Reisewarnungen für Journalisten ausspricht, klingt allerdings mehr nach Reaktion als nach Aktion. Es wird Zeit, dass die Bundesregierung einen schärferen Kurs gegenüber der Türkei einschlägt.

Auch die EU muss sich überlegen, ob sie es sich leisten kann, die Hilfe eines Landes über das Flüchtlingsabkommen in Anspruch zu nehmen, wenn dort die Prinzipien einer freien Presse und der Meinungsfreiheit mit Füßen getreten werden. Zumal diese Entwicklung absehbar war.