Es ist so eine Sache mit dem Muttertag. Lässt Frau mal außer Acht, dass er in Deutschland einst von den Nazis instrumentalisiert wurde, ist der Gedanke, dass unter den vielen Gedenktagen im Jahr auch einer für die Mütter reserviert ist, ja eigentlich kein schlechter. Wenigstens ein Mal sonntags lange im Bett liegen bleiben, sich anschließend von vorne bis hinten bedienen lassen und abends ganz entspannt ins Bett gehen – wer wollte das nicht?

Dumm nur, dass die Realität anders aussieht. Selbst wer am Sonntag Blumen auf dem ausnahmsweise von den Kindern gedeckten Frühstückstisch findet, wird nicht lange ausblenden können, dass am nächsten Morgen das Leben im Hamsterrad weitergeht, das insbesondere berufstätige Frauen kennen. Zu oft sind sie – zumindest gefühlt – praktisch allein für Kinder und Haushalt zuständig, obwohl sie gar nicht alleinerziehend sind. Daran ändert ein einziger Verwöhntag leider nichts. Vielleicht kann Mann am nahenden Vatertag mal darüber nachdenken.