Der erste Versuch ist krachend gescheitert. Die 2015 von der großen Koalition beschlossene Mietpreisbremse erwies sich in der Praxis als Rohrkrepierer. Die Gesetze des Marktes waren zu stark. Nun unternimmt die große Koalition einen zweiten Anlauf, um den Anstieg der Mieten zu begrenzen. Dieser Schuss muss sitzen, ein erneutes Scheitern kann sich die Regierung nicht erlauben. Entsprechend kompliziert sind die Regelungen, um die Fehler der Vergangenheit auszubügeln.

Auf dem Papier hört sich all das gut und sinnvoll an. Am Grundproblem des extrem gespaltenen Wohnungsmarktes ändert aber auch die Neufassung nichts. Wo Wohnraum knapp ist und die Nachfrage das Angebot übersteigt, bleibt der Preis das entscheidende Kriterium. Auch die verschärfte Mietpreisbremse wird so lange ein stumpfes Schwert bleiben, so lange es nicht genügend bezahlbare Wohnungen gibt, und zwar dort, wo sie am dringendsten gebraucht werden: in den Städten und Ballungsräumen.