Mehr als 100 000 Unterstützer will Sahra Wagenknecht für ihre linke Sammlungsbewegung schon gewonnen haben. Reichlich dick aufgetragen? Ja. Was sind Helfer wert, die im Internet-Schleppnetz gewonnen wurden und im Stil einer Unterschriftensammlung mal schnell ihre Email-Adresse hinterlassen? Wie hier das politische Schwergewicht einer neuen linken Mehrheit, die sich in der Parteienlandschaft längst verflüchtigt hat, geschmiedet werden soll, bleibt Wagenknechts Geheimnis.

Denn zu mehr als wolkigem linken Populismus hat es "Aufstehen" bisher nicht gebracht. Das wird wohl so bleiben. Denn wer nicht mal in der eigenen Partei integrierend wirkt, sondern mit seiner Führung über Kreuz liegt, macht sich als Frontfrau einer linken Sammlung erst recht zur Fehlbesetzung. Die Kritik aus den Reihen von SPD und Grünen lassen bereits erahnen: "Aufstehen" bleibt eine Inszenierung. Einfache Antworten auf schwierige Fragen hält schon die rechte AfD bereit. Da braucht es keinen linken Zwilling.