Nicht nur, dass er der CSU drei Ministerien gesichert hat. Mit der Ernennung von Dorothee Bär zur Staatsministerin setzt er Angela Merkel auch noch eine junge Frau ins Kanzleramt, die sich um das Thema Digitalisierung kümmert. Als Problemfall innerhalb des Bayern-Teams könnte sich ausgerechnet Seehofer selbst erweisen.

Die Rivalitäten in den eigenen Reihen haben tiefe Wunden hinterlassen. Ihm geht es nicht mehr (nur) um die Sache, sondern ganz stark um das eigene Ego. Ein aufgeblähtes Super-Ministerium muss es für ihn sein. Und noch im Rücktritt vom Amt des Ministerpräsidenten ärgert er seinen Nachfolger. Zum letztmöglichen Termin gibt er das Zepter ab – keinen Tag früher. Doch Vorsicht: Söders Rache könnte folgen. Wenn in Bayern der Wahlkampf startet, kann der Neue in der Staatskanzlei den Innenminister mit schnalzender Peitsche vor sich hertreiben.