Zu diesem Schluss kommen Kommunikationswissenschaftler der Universität Hohenheim in Stuttgart in einer am Dienstag veröffentlichten Analyse. Das AfD-Programm ist zudem noch populistischer als bei den Wahlen in Sachsen und Brandenburg Anfang September.

Die Experten untersuchten die Wahlprogramme mit Computerhilfe auf formale Verständlichkeit und auch auf populistische Sprache. Gefahndet wurde unter anderem nach überlangen Sätzen, Fachbegriffen, Fremdwörtern und zusammengesetzten Wörtern.

CDU am verständlichsten

Im Durchschnitt sind die Parteiprogramme in Thüringen demnach noch weniger verständlich als bei der Landtagswahl 2014. Am verständlichsten formulierte die CDU ihr Wahlprogramm, es folgen SPD und Grüne. Den letzten Platz teilen sich AfD und FDP.

Vor allem zahlreiche Fremd- und Fachwörter seien für Leser ohne politisches Fachwissen eine große Hürde, monierten die Wissenschaftler. Als Beispiele nannten sie Begriffe wie „Regulatory Sandboxes“ (CDU), „EdTech Coaches“ (FDP), „Land Grabbing“ (AfD), „Mesh-Netzwerke“ (Grüne), „heterodoxe Ökonomie“ (Linke) oder „front office“ (SPD). Einen ähnlichen Effekt hätten Wortungetüme wie „Jugendkunstschullastenausgleich“ oder „Totalherbizid-Reduzierungs-Strategie“.

Die Experten untersuchten auch das populistische Vokabular. Mit Abstand am populistischsten ist in Thüringen die Sprache der AfD. Auf den weiteren Plätzen folgen Grüne und Linke. Herausgefiltert wurde dies anhand einer Wortliste mit Begriffen und zusammengesetzten Wörtern wie undemokratisch, Betrug, Verrat oder Lüge. In Thüringen wird am Sonntag gewählt. (AFP)