Der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat sind die Befindlichkeiten von FDP-Chef Christian Lindner einerlei. Oder wie es Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) mit Blick auf die vorerst gescheiterte Regierungsbildung sagt: „Der Terror wartet nicht darauf, dass wir hier zu Potte kommen.“ Während das Land von den geplatzten Jamaika-Träumen spricht, debattiert der Deutsche Bundestag über die Verlängerung der Auslandseinsätze der Bundeswehr – dabei geht es um Leben und Gesundheit der Bundeswehrsoldaten, die in Afghanistan, Mali oder im Irak für die internationale Sicherheit kämpfen.

Doch im Bundestag überlagern die krachend gegen die Wand gefahrenen Sondierungsgespräche zwischen Union, FDP und Grünen alles. Dabei wollen die 709 Abgeordneten, alte Hasen wie Neulinge, jetzt vor allem gestalten – so, wie es ihrem Auftrag durch den Wähler entspricht. Ohne eine stabile Regierung ist – allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz – allenfalls ein politischer Notbetrieb möglich. Für die Kräfte der Mitte bedeutet das: Der Wählerauftrag zum Regieren muss notfalls absoluten Vorrang haben vor persönlichen Befindlichkeiten oder parteitaktischen Strategiespielen.