CDU und SPD gehen wieder verstärkt eigene Wege – das haben die vergangenen Tage gezeigt. Die SPD rückt nach links und will die ungeliebte Agenda-Politik hinter sich lassen. Die CDU ackert sich – mit deutlich weniger Konsequenz – unterdessen am eigenen Trauma-Thema ab: der Flüchtlingskrise. Beide Parteien gewinnen an Profil, was der Demokratie gut tut, auch wenn es das gemeinsame Regieren nicht leichter macht. Gefährdet ist die große Koalition allerdings noch längst nicht.

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Das liegt vor allem daran, dass der SPD angesichts der derzeitigen Umfragewerte die Alternative zum Weiterregieren fehlt. Unter diesen Voraussetzungen Neuwahlen zu riskieren, wäre Harakiri für Nahles & Co. Auch die sogenannte Revisionsklausel, mit der die SPD zur Halbzeit der Legislaturperiode angeblich die Koalition auf den Prüfstand und die Union unter Druck setzen will, darf als reichlich leere Drohgebärde verstanden werden. Vom Linksruck dürfen die Genossen einstweilen nur träumen.