Es wird eine quälend lange und doch wichtige Aufarbeitung. Jeder der Erwachsenen, der den Jungen aus Staufen missbraucht hat, wird einzeln beurteilt. Ein ehemaliger Soldat wandert für acht Jahre ins Gefängnis, was nachvollziehbar ist. Dagegen fallen andere Elemente des Urteils so aus, dass man sie mit dicken Fragezeichen aufnimmt. Das Schmerzensgeld fällt lächerlich aus in Anbetracht der langwirkenden Schmerzen, die der Täter einem Kind zugefügt hat. 12.500 Euro für den sexuellen Missbrauch des Jungen, der dabei auch noch gefilmt wurde.

Noch ratloser macht der Verzicht auf die Sicherungsverwahrung, wie sie der Anwalt des Jungen gefordert hatte. Was wird sein, wenn der suspendierte Soldat aus dem Gefängnis kommt? Wird er dann von seinen abnormen sexuellen Fantasien geheilt sein? Niemand kennt die Antwort, doch hat man eine düstere Ahnung, die sich aus ähnlich gelagerten Fällen speist. Freiheit ist ein hohes Gut. Doch hat sie ihre Grenzen, wo ein Kind im Innersten verletzt wird.