Achteinhalb Jahre Haft erhält der junge Afghane für den Mord an seiner Ex-Freundin Mia. Die bescheidene Strafe verdankt Abdul dem Jugendstrafrecht. Ein nachträgliches Gutachten schätzt den Täter auf 17,5 bis 20 Jahre. Als Volljähriger wäre er nicht so schonend davongekommen. Ein alter römischer Rechtssatz verhalf dem Täter zu einer Strafdauer, die in Anbetracht der Tat nichtssagend ist. Im Zweifel für den Angeklagten. Das ist gut für ihn und ein Schlag gegen die Familie.

Viele Mütter und Väter von Teenagern dürften nach dem Mord von Kandel nachdenklich werden, wenn sich ihr Kind mit einem Flüchtling anfreundet. Was unbeschwert und mit dem Reiz des Exotischen beginnt, könnte schwierig enden.

Die geflüchteten Männer sind häufig einer Kultur verhaftet, in der der Mann das Sagen hat. Er macht Schluss und befindet über den aktuellen Status, nicht seine Freundin. Mia hat das ignoriert. Es war ihr Recht, die Beziehung zu beenden. Sie hat es mit dem Größten bezahlt, was ein Mensch hat: mit dem Leben.