Eine Vereinbarung vom Juni darüber sei noch nicht umgesetzt, teilten das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) und das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) am Mittwoch mit. Entsprechende Anträge seien seither unbeantwortet geblieben. Das UNHCR hat ein Büro in Rakhine, die Mitarbeiter können außerhalb aber nicht frei agieren.

In Rakhine wird die muslimische Minderheit der Rohingya seit Jahrzehnten unterdrückt. Vor einem Jahr war die Lage eskaliert, als Rohingya-Rebellen bei Angriffen rund ein Dutzend Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt und zerstörte zahlreiche Rohingya-Dörfer, Flüchtlinge berichteten von Ermordungen und Vergewaltigungen.

Die UNO stuft das Vorgehen gegen die Rohingya als „ethnische Säuberung“ ein. Im März sprach die UN-Sonderberichterstatterin für Myanmar, Yanghee Lee, erstmals von einem „Völkermord“. Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen wurden allein im ersten Monat der Gewalt 6700 Rohingya getötet. Rund 700.000 Angehörige flohen in den vergangenen Monaten ins benachbarte Bangladesch.