Es gab schon einmal Zeiten, in denen Regierungsgespräche von mehr Enthusiasmus begleitet waren. Immerhin geht es darum, eigene Vorstellungen umzusetzen. Doch über den Sondierern aus CDU, CSU und SPD liegt eine Decke aus Blei: Zu ermüdend waren die vergangenen Wochen für alle Beteiligten. Zu sehr hat das Vertrauen der Wähler gelitten. Zu groß ist der Erfolgsdruck – nicht nur für die Parteien, sondern auch für die handelnden Personen. Sowohl Angela Merkel als auch Horst Seehofer und Martin Schulz wissen, dass ihre Zeit vorüber sein wird, sollte es ihnen nicht gelingen, zumindest die eigenen Mitglieder von der Richtigkeit des ungeliebten Bündnisses zu überzeugen.

Neuwahlen würde keiner der drei politisch überleben. Immerhin das schweißt das Trio zu einer Schicksalsgemeinschaft zusammen. Für das Land verheißt das hingegen nichts Gutes. Es wird wohl der kleinste gemeinsame Nenner sein, der diese Koalition möglich machen muss. Dabei hieß es einmal: Große Koalitionen suchen sich große Aufgaben.