Bei der Vermittlung von Politik und der Kontrolle von Regierungshandeln ist der Bundestag ein gutes Stück vorangekommen. In ihrer bisherigen Form haben die Befragungen der Regierung durch den Bundestag eher zur Politikverdrossenheit beigetragen: Zu dröge, formelhaft und vorhersehbar war das Frage-Antwort-Spiel. Ein echter und spontaner politischer Schlagabtausch konnte so nicht entstehen. Jetzt stellte sich die Kanzlerin erstmals einer Turbo-Fragestunde nach britischem Vorbild. Es ist gut, dass die SPD diesen lang gehegten Wunsch in den Koalitionsvertrag hineinverhandelt hat. Wie sich bei der Premiere zeigte, sprühten zwar manche Fragen und Antworten immer noch nicht vor Emotionen und Wortwitz. Dennoch blieb kaum ein Feld, kaum ein Konflikt unberührt.

In die Tiefe geht das freilich nicht, kann es auch gar nicht. Vor allem aber erwiesen sich nicht alle Fragesteller als so gut vorbereitet wie Angela Merkel. So konnte sie die erwarteten Provokationen gelassen kontern.