Donald Trump und seine Anhänger feiern es angesichts des Image-Desasters durch die Russland-Ermittlungen als großen Erfolg: Das überarbeitete Einreiseverbot für Bürger aus sechs Nationen mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung kann nach einem Urteil des Obersten US-Gerichtshofs weitgehend in Kraft treten. Juristisch hat der US-Präsident damit künftig freie Hand. Die Verfassung gibt ihm weite Vollmachten, was derartige Einreise-Beschränkungen angeht.

Auf einem anderen Blatt steht, welch Sinn solche Länder-Listen machen, mit denen Trump den harten Kern seiner rechten Wähler befriedigen will. Die schlimmsten Terroranschläge seit dem 11. September 2001 tragen die Handschrift einheimischer Täter, etwa das Massaker in einem Nachtklub in Florida oder der Anschlag auf den Marathon in Boston. Der Mörder von Orlando war sogar US-Staatsbürger. Keiner von ihnen stammte aus einem Land, das jetzt auf den Index gesetzt wird. Sicherer wird Amerika dadurch nicht.