MaKss Damage alias Julian Fritsch soll für Zugkraft sorgen. Der einschlägig bekannte deutsche Neonazi und Rapper aus Gütersloh ist einer von drei Szenegrößen, die am kommenden Samstag (14. Januar) möglichst viele zahlenden Gäste in die Deutsch-Schweiz locken sollen. Fritsch wurde November 2015 wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe verurteilt. In seinen Texten ruft der Rapper unter anderem zu Deportationen in frühere Konzentrationslager und zu sexuellen Gewalttaten gegen die Linken-Politikerin Sarah Wagenknecht auf.

Anlass für seinen Auftritt ist ein "Unterstützungskonzert für das Parteihaus" der rechtsextremen Partei National Orientierter Schweizer (PNOS). Eintritt: 35 Euro, Beginn: 20 Uhr, Veranstaltungsort: Schweiz. Mehr gibt die PNOS nicht preis - wie üblich bei solchen Veranstaltungen. Schon im vergangenen Herbst kam es zu lange geheim gehaltenen Konzerten im Kanton St. Gallen.  

Kantonspolizei verbietet Geheimkonzert


Damals war die Kantonspolizei teils heftig kritisiert worden, weil sie die Veranstaltungen nicht unterbunden hatte. Diesmal teilt sie mit, sie habe "die Durchführung der Veranstaltung im Kanton St.Gallen verboten". In der Pressemitteilung heißt es weiter: "Gemäß den vorliegenden Informationen soll der Veranstaltungsort erst kurzfristig bekannt gegeben werden." Das jetzige Verbot kann in erster Linie als Reaktion auf das sogenannte Rocktoberfest im Oktober 2016 gewertet werden.
Damals feierten rund 5000 Neonazis - viele davon aus Deutschland - in Wildhaus (Kanton St. Gallen), ohne dass die Polizei dagegen vorgehen konnte.

Wann das Konzert am Samstag genau stattfinden soll, teilt die PNOS Interessenten erst ab Samstagmittag per Telefon mit. Eines versichert die Partei jedoch auf Facebook auf Nachfrage eines Nutzers: Es ist "kein Problem" aus der gesamten Schweiz mit dem Zug pünktlich um 20 Uhr am Veranstaltungsort zu sein. Hintergrund für das Verbot durch die Schweizer Polizei: Es fehlte das Gesuch um Bewilligung der Veranstaltung. Das sei laut Polizei allerdings nötig, weil "bei Anlässen rechts- oder linksextremer Kreise Demonstranten der jeweiligen Gegenseite mobilisiert werden" und deshalb mit "folgenreichen Auseinandersetzungen gerechnet werden muss". Eine entsprechende Verfügung hat die Polizei deshalb dem Parteipräsidenten Dominic Lüthard zukommen lassen.

PNOS will Konzert trotz Verbots veranstalten


Die PNOS wird das Konzert dennoch durchführen. Via Facebook kündigt sie am Dienstagvormittag an: "Die PNOS wird natürlich gegen diese Verordnung klagen. Das Konzert wird trotzdem stattfinden (vielleicht ja in St. Gallen), mit oder ohne Segen der Kantonspolizei St.
Gallen."

 

Die Schweizer Kantonspolizei bittet nun um Mithilfe der Bevölkerung, die über angemietete Räumlichkeiten für das geplante Konzert Bescheid wissen.