Mehrere tausend Menschen haben am Samstagnachmittag in Dresden gegen einen „Rechtsruck„ in Deutschland demonstriert. Nach der Auftaktkundgebung am Altmarkt zogen die Teilnehmer in thematischen Blöcken durch das Zentrum der sächsischen Landeshauptstadt. Eine Woche vor den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg „sagen Menschen aus dem ganzen Land Nein zu jeder Art von völkischem Gedankengut und unsolidarischer Politik“, erklärten die Veranstalter vom Bündnis Unteilbar.

Anhänger des Bündnisses #unteilbar halten während der Demonstration auf der Carolabrücke vor der historischen Altstadtkulisse Schilder mit der Aufschrift “Menschenrechte sind #unteilbar!„.
Anhänger des Bündnisses #unteilbar halten während der Demonstration auf der Carolabrücke vor der historischen Altstadtkulisse Schilder mit der Aufschrift “Menschenrechte sind #unteilbar!„. | Bild: ROBERT MICHAEL

Die Botschaft von Dresden sei: „Wir lassen nicht zu, dass Sozialstaat, Flucht und Migration gegeneinander ausgespielt werden.“ In Sachsen und Brandenburg wird am 1. September der Landtag neu gewählt, in Thüringen am 27. Oktober. Umfragen sagen starke Zuwächse für die rechtspopulistische AfD voraus, in Brandenburg liegt sie etwa gleichauf mit der SPD.

Anhänger des Bündnisses #unteilbar vor der historischen Altstadtkulisse Dresdens.
Anhänger des Bündnisses #unteilbar vor der historischen Altstadtkulisse Dresdens. | Bild: ROBERT MICHAEL

Zu der Demonstration in Dresden hatten mehr als 400 Organisationen und Einzelpersonen aufgerufen, darunter Gewerkschaften und Sozialverbände. Auch die beiden großen Kirchen hatten für die Teilnahme mobilisiert. Die Abschlusskundgebung ist von 16.30 bis etwa 22 Uhr geplant. Eine erste offizielle Schätzung der Teilnehmerzahlen will das Bündnis am späteren Nachmittag bekanntgeben. Kurz nach dem Auftakt der Demonstration sprachen die Veranstalter von „tausenden Menschen“.

People stand in front of a vehicle decorated with a banner reading „Flight has causes“ as they attend a demonstration titled „Unteilbar“ (indivisible) against exclusion on August 24, 2019 in Dresden, eastern Germany. – Thousands of civil society activists were expected to mount a march against hate and racism a week before state elections when Germany‘s far-right party AfD is projected to make huge gains. (Photo by John MACDOUGALL / AFP)
Bild: JOHN MACDOUGALL

Von Seiten der Politik hatten unter anderem SPD-Interimschef Thorsten Schäfer-Gümbel, Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), die Linken-Vorsitzenden Bernd Riexinger und Katja Kipping sowie Grünen-Chefin Annalena Baerbock ihre Teilnahme angekündigt. Am musikalischen Programm beteiligen sich unter anderem die Pop-Rock-Gruppe „Silbermond“ und Sebastian Krumbiegel von der Band „Die Prinzen“.

Bild: JOHN MACDOUGALL

„So kurz vor den Landtagswahlen ist es wichtiger denn je zu zeigen, wo man steht und sich stark zu machen für eine freie, offene Gesellschaft – über Parteigrenzen hinweg“, hatte die im sächsischen Bautzen gegründete Band „Silbermond“ im Vorfeld mitgeteilt.

Im vergangenen Oktober hatten rund 240.000 Menschen in Berlin für gesellschaftliche Vielfalt sowie eine soziale und ökologische Politik demonstriert. (AFP)