Die Reaktion kommt ungewöhnlich schnell: "Die AfD Fraktion unterhält keine Kontakte zu ausländischen Geheimdiensten. Alle anders lautenden Behauptungen sind falsch", wies AfD-Fraktionssprecher Christian Lüth die Berichte auf Anfrage des SÜDKURIER zurück.

Gerade hatte der "Spiegel" über Pläne hochrangiger russischer Staatsbeamten berichtet, die Landesinteressen in der EU vertreten sehen und Kreml-Kritiker diskreditieren wollten.

E-Mail aus dem Wahlkampfjahr

Das Papier stammt aus dem Bundestagswahljahr 2017: Darin wurde der AfD-Politiker Markus Frohnmaier genannt, der vor seinem Einzug in den Bundestag Sprecher von Fraktionschefin Alice Weidel war: "Er wird ein unter absoluter Kontrolle stehender Abgeordneter im Bundestag sein", heißt es in dem Dokument.

Alice Weidel (M) bei einer Pressekonferenz der AfD in Stuttgart im März 2017. Im Hintergrund stehen Lothar Maier (l) und Markus Frohnmaier (r, alle AfD).
Alice Weidel (M) bei einer Pressekonferenz der AfD in Stuttgart im März 2017. Im Hintergrund stehen Lothar Maier (l) und Markus Frohnmaier (r, alle AfD). | Bild: Marijan Murat

Es soll über eine E-Mail vom 3. April 2017 an einen hohen Beamten der russischen Präsidialverwaltung geschickt worden sein. Demnach soll Russland zwei Großveranstaltungen für Frohnmaier geplant haben, eine hat wohl tatsächlich stattgefunden. Es wurde um "materielle und mediale Unterstützung gebeten."

Auch Frohnmaier selbst reagiert schriftlich auf die SÜDKURIER-Anfrage, verweist darin aber lediglich auf die Stellungnahme, die er über seinen Anwalt auch dem Spiegel gegeben habe.

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Mit dem Dokument könne er "nichts anfangen" und wisse auch nicht, wer der Verfasser des Papiers sei. Noch habe er jemals "Unterstützung finanzieller oder medialer Art in Kreisen der russischen Politik, Wirtschaft oder Zivil erbeten". Zudem sei ihm von russischer Seite auch nie derlei Unterstützung gewährt worden.

Russische Strategie

Ziel der in dem Dokument angeregten Strategie soll es demnach gewesen sein, antirussische Sanktionen der EU zu verhindern und die Anerkennung der Krim als Teil Russlands zu fördern: Seit März 2014 hält die EU wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland aufrecht, die Vermögenswerte von 170 Personen und 44 Einrichtungen wurden eingefroren, Reisebeschränkungen auferlegt.

Das russische Papier sah Pläne für die "Organisation von Protestaktionen" in EU-Ländern vor sowie die "Unterstützung" von Beschlüssen der nationalen Parlamente.

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Frohnmaier war schon früher wegen seiner russlandfreundlichen Äußerungen aufgefallen, wie im vergangenen April in Jalta auf der Krim: "Es ist nun mal so, dass die Krim jetzt die russische Krim ist. Daran werden auch die Leute, die das sehr kritisch begleiten, nichts mehr ändern können. Die Krim kommt nicht mehr zurück, das muss man jetzt einfach auch akzeptieren."